Warum “Stille Stärken”?

3 Kommentare

von Christine Winter

31.07.2014

An und für sich mag ich es nicht, nach dem “Warum?” gefragt zu werden.

Die Frage löst bei mir sofort das Bedürfnis aus, mich zu rechtfertigen und Gründe zu nennen, die es so manches Mal vor der Warum-Frage noch gar nicht gab. Für den Blog auf Stille-Stärken.de ist es mir aber wichtig, mein Warum nicht nur zu kennen, sondern auch zu kommunizieren.

Da passt es gut, dass ich gefragt wurde, ob ich nicht etwas über das “Warum” von Stille-Stärken.de schreiben könnte...

„Warum?“ fragst du mich?

Weil es genau dieses Warum war, um das ich seit Wochen kreiste, ohne dabei auch nur einen Schritt vorwärts zu wagen. (Na ja, einige “Ob überhaupt?” und “Wenn ja, wie?” und “Wer wird das denn lesen?” waren auch dabei…)

Warum ich das Warum nicht mag.

Meistens folgt auf das „Warum?“ eine Begründung aus der Vergangenheit, die etwas, das bereits passiert ist, rechtfertigt. Sowohl der Grund als auch die Konsequenz ist bereits vorbei, wenn die Frage nach dem Warum auftaucht. Das finde ich – um ganz ehrlich zu sein – überflüssig. Ändert ja eh nichts mehr.

Ich habe Jahre damit verbracht, zu überlegen, warum ich im Kindergarten verstummt bin und über die Jahre extreme Panik vor bestimmten (Rede-)Situationen entwickelt habe. Ich habe bis heute nur eine Handvoll lose Gedanken dazu. Aber mal ganz ehrlich: Im Grunde ist es völlig egal. Denn alles, was ich erreicht habe, habe ich erreicht, ohne zu wissen, warum ich Sprechblockaden hatte. Und heute liegen sie hinter mir. Was weiß ich, warum.

Warum ich das Warum doch mag.

Heute bin ich immer noch still und introvertiert. Und trotzdem habe ich mich entschieden, dir hier meine Geschichte und meine Erfahrungen zu erzählen.

Erst war es nur ein Gedanke. Dann eine Idee. Und schließlich wurde es mir zum Bedürfnis, für alle diejenigen, die mit Sprechblockaden zu tun haben, ein Beispiel zu geben. Denn wenn ich es hingekriegt habe, die Stille hinter mir zu lassen, dann kannst du es auch!

Dieses Warum ist ein Warum für die Zukunft. Dieses Warum gibt mir Fixpunkte am Horizont, auf die ich mich zubewege – obwohl ich von meinem Weg gerade mal die nächsten paar Meter sehen kann.

Ein solches Warum hat mir in den letzten Jahren gefehlt. Mein Alltag war vom immer gleichen Wie geprägt. Und ich merkte gar nicht, dass sich in meinem Job nur das Hamsterrad dreht, während ich nicht mehr vom Fleck komme.

Warum ein Blog namens „Stille Stärken“?

Weil Stille Menschen ihre Stärken erst auf den zweiten Blick zeigen.

Kennst du jemanden, dessen Charisma du bewunderst, weil er aus einer tiefen Ruhe heraus agiert? Viele Menschen waren ein Leben lang still und introvertiert – und sind der Welt gerade deswegen in Erinnerung geblieben. Martin Luther King, Gandhi, Mutter Theresa, Steve Jobs…

Weil es den Stillen dieser Welt schwer fällt, zu ihrem still sein zu stehen.

Scheinbar gehört zu einem erfolgreichen Leben, dass du viel und laut über dich und deine Leistungen redest. Gemeinsam zu schweigen oder einfach mal – wirklich – zuzuhören hat scheinbar keinen großen Wert. Wer nicht sprechen kann oder Schwierigkeiten hat, sich auszudrücken, möchte um alles in der Welt, dass die Sprechblockade weggeht. Ich bin noch niemandem begegnet, der sich wünscht, sein Schweigen mehr schätzen zu lernen.

Weil unsere laute Welt es verträgt, dass wir auch mal die Stille stärken.

Es tut so gut, mit einem lieben Menschen nur still im Gleichklang zu atmen. Es ist wunderbar, dem anderen zuzuhören und nachzuspüren. Es ist ein Erlebnis, ruhig zu werden und die eigene innere Stimme leiser und leiser werden zu lassen.

Und auch, weil ich mir meiner eigenen Stillen Stärken immer mehr bewusst werde.

WARUM JETZT? JETZT SOFORT?

Für mich ist jetzt genau die richtige Zeit, um etwas völlig Neues zu beginnen. Wenn nicht jetzt, dann kommt womöglich wieder mal das Leben dazwischen, und eine wertvolle Idee bleibt ungenutzt.

Darum versuche ich nicht länger, theoretisch herauszufinden, warum ich schreiben möchte und ob ich gut genug bin und ob irgendjemand etwas über Sprechblockaden, selektiven Mutismus, Ängste und die Möglichkeiten, damit umzugehen, lesen möchte.

Sondern ich fange jetzt an.

WARUM AUCH NICHT, VERFLIXT NOCHMAL! WENN NICHT JETZT, WANN DENN BITTESCHÖN DANN?

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine

Christine

Magst du deine Gedanken mitteilen?


Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alle Kommentare werden von Hand freigeschaltet - ich bitte daher um etwas Geduld, bis dein Text im Blog sichtbar wird.

Für die Kommentarfunktion auf dieser Seite werden neben deinem Kommentar auch Angaben zum Zeitpunkt der Erstellung des Kommentars, deine E-Mail-Adresse und der von dir gewählte Nutzername gespeichert.

  1. Und die Frage nach dem „Warum“ ist ein guter Anfang um ein Gespräch zu beginnen.
    „Sondern ich fange jetzt an.“ Richtige Entscheidung!!

    1. Ich sehe zwei Gefahren, wenn du dich vor dem Gespräch mit dem Warum auseinandersetzt:
      Zum einen kann man mit der Frage seeehr viel Zeit verbringen – und zum anderen kommst du wahrscheinlich sehr häufig zum Ergebnis, dass es auch genügend gute Gründe gibt, das Gespräch gar nicht erst anzufangen.

      Und als Gesprächseinstieg ist „Warum?“ nur selten die beste Idee. Dazu werde ich demnächst noch mehr schreiben.

  2. Es kann natürlich auch sein, dass ein „Warum“ nur wieder Zweifel in einem weckt, welche einen dann möglicherweise vom geplanten Vorhaben abhalten oder es wird sogar von anderen als eine Art „stille Kritik“ missbraucht.
    Ein negatives Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen…Na gut, da fällt mir spontan einiges zu ein hi hi!
    Aber wenn man etwas gefragt wird, ist es grundsätzlich eine gute Übung, sich eine Antwort überlegen (zu müssen/wollen), um diese dann auch kundtun zu können…oder so ähnlich…

{"email":"Ungültige E-Mail-Adresse","url":"Die Webadresse ist ungültig","required":"Ein erforderliches Feld ist nicht ausgefüllt"}
Denk dran: Tu dir gut!

Hol dir die Anstupser!

Die Kärtchen zum Ausdrucken sind eine kleine Motivation und ein Stimmungsaufheller für zwischendurch - exklusiv für die Empfänger des Newsletters.