Acht Antworten zum Selektiven Mutismus

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.

Es gibt Fragen, die sind einfach da, wenn man zum ersten Mal vom Selektiven Mutismus hört.

Gerade Eltern, die von ihrem Kinderarzt oder vom Kindergarten darauf hingewiesen werden, dass dieses Schweigen ihres Kindes eventuell Anzeichen für eine psychische Störung sein könnte, haben in der Regel viele Fragen.

Und auch Betroffene, die bereits erwachsen sind, suchen immer wieder nach Antworten und Erklärungen.

Die folgenden acht Fragen sind mir in letzter Zeit besonders oft begegnet.

Und die Antworten, die ich darauf gebe, stellen meine persönlichen Erfahrungen mit den mutistischen Sprechblockaden dar. Ich weiß, dass vieles, was ich beschreibe, nicht in Büchern über Selektiven Mutismus steht – und du musst mir nichts von dem glauben, was ich schreibe.

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Gastbeitrag zur Blogparade: Gefängnis Komfortzone?

Blogparade auf Stille-Stärken.deSilke Wolf bietet Burnout-Prävention an. Als Coach unterstützt sie IT-Unternehmen dabei, ihren Mitarbeitern trotz großer Herausforderungen einen gesunden Rahmen für ihre Arbeit zu schaffen. Und sie unterstützt Menschen, die sich ausgebrannt und erschöpft fühlen.

In ihrem Beitrag zur Blogparade „Komfortzone verlassen? Oder lieber doch nicht?!“ schildert sie, wie eine eigene berufliche Überforderungssituation sie dazu brachte, darauf zu achten, dass sie ihre Komfortzone stetig ausdehnt – um jederzeit innerhalb der Komfortzone entspannen zu können.

Gefängnis Komfortzone?

Gedankenkreisen und unruhige Nächte

Ich wache auf. Es ist 2 Uhr in der Nacht. Mein Herz schlägt schnell. Ich habe das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen. Ich bin verschwitzt. Mein Kopf arbeitet auf Hochtouren.

Morgen wird unser System live geschaltet. Haben wir an alles gedacht? Habe ich alle wichtigen Personen informiert? Was, wenn ich etwas vergessen habe? Was, wenn ich einen Fehler gemacht habe, der die Live-Setzung verhindert?

Nach gefühlt 1001 Gedanken falle ich wieder in einen unruhigen Schlaf.

Das Chaos macht mich verrückt

Als der Wecker klingelt schrecke ich aus dem Schlaf. Ich fühle mich wie gerädert. Es hilft nicht, ich muss aufstehen. Heute ist Samstag und es beginnt die Migration unseres Systems auf die Produktion. Sofort beginnt mein Gehirn damit alles durchzuspielen, was schief gehen könnte.

Ich stolpere über ein paar Schuhe. Kann denn hier niemand seine Sachen aufräumen? Ich öffne die Schublade und finde das absolute Mützen-, Handschuh- und Schal-Chaos vor. Erst vor 2 Tagen habe ich alles sortiert. Warum sieht das hier schon wieder so aus? Ich bin völlig entnervt.

Auf dem Weg zum Kunden merke ich, dass das so nicht mehr weitergehen kann. Aber was soll ich tun? Ich bin nun mal Projektleiter und die einzige, die sich mit allem auskennt. Ich kann und darf nicht ausfallen. Ich muss dort hin. Es gibt keinen Weg heraus. Ich fühle mich ausgebrannt, erschöpft und hilflos.

Gefangene der eigenen Komfortzone

Auf dem Weg zum Kunden wird mir bewusst, dass der permanente Stress meine Komfortzone immer kleiner werden lässt und jedes Verlassen der selbigen direkt in die Panik führt. Was ist nur mit mir passiert?

Ich habe mich in den letzten Wochen immer weiter zurückgezogen. Habe mich nur noch auf meine Arbeit fokussiert. Jede unerwartete Situation sowohl privat als auch beruflich löst Panik in mir aus. Ich breche immer häufiger in Tränen aus oder bin wütend auf alles und auf jeden und ganz besonders auf mich selbst.

Ich fühle mich wie eine Gefangene. Ich weiß, ich muss dringend etwas ändern. Ich muss aus meiner Gewohnheit aussteigen, wenn ich mich nicht selbst verlieren will.

Mit Komfort hat meine Komfortzone schon lange nichts mehr zu tun.

Anspannung und Entspannung im Wechsel

Komfortzone ist für mich ein zweischneidiges Schwert.

Egal welche Lehre wir betrachten: der Mensch braucht Entspannung ebenso wie Anspannung, um gesund und leistungsstark zu bleiben.

Lebt jemand in permanenter Entspannung, wird er träge und gelangweilt. So wird zum Beispiel das Gehirn erst durch Bewegung mit den chemischen Substanzen versorgt, die ein Wachstum des selbigen erst möglich machen.

Lebt der Mensch in permanenter Anspannung macht er sich unwillkürlich auf den Weg in den Burnout. An dessen Ende Depression, völlige Erschöpfung und Depersonalisierung (Verlust des Bezuges zu anderen Menschen und zu sich selbst) stehen und gar nicht selten der Selbstmord.

Nur mit Ruhepausen gibt es dauerhaft Höchstleistungen im Sport

Im Sport können wir beobachten wie das funktioniert. Kein Leistungssportler trainiert bis zum Wettkampf. Vorher und Nachher gibt es Erholungspausen. Ohne Ruhephasen kann der Körper nur relativ kurze Zeit Höchstleistungen abrufen. Trainiert der Sportler immer weiter, geht an einem bestimmten Punkt die Leistungskurve wieder nach unten. Es erhöht sich die Verletzungsgefahr. Der Körper wird anfällig für Infektionen usw.

Gleichzeitig innerhalb und außerhalb der Komfortzone

Ich war seit Monaten gleichzeitig innerhalb und außerhalb der Komfortzone. Wie geht das?

Ich habe mich über Monate außerhalb meiner Komfortzone bewegt. Ich habe meinem Körper keinen Sport mehr gegönnt, keine Ruhepausen, permanente Anspannung, keine Ruhe für den Geist. Selbst im Schlaf war mein Gehirn mit der Sorge etwas vergessen zu haben beschäftigt.

Ich habe die Gewohnheit mindestens zwei bis dreimal die Woche Sport zu machen, mich regelmäßig mit Freunden zu treffen, ein gutes Buch zu lesen, Ausflüge in die Berge zu machen, gegen permanente Arbeit eingetauscht und habe mich Schritt für Schritt in die Erschöpfungsspirale begeben.

Ich habe es jedoch nicht geschafft meine Komfortzone zu verlassen um Nein zu sagen, um die anfallende Arbeit einfach liegen zu lassen und nach 8 oder spätestens 10 Stunden nach Hause zu gehen.

Dieses lag weit außerhalb meiner Komfortzone: Nein zu sagen. Und es war für mich leichter über die Leistungsgrenze meines Körpers zu gehen, um alles zu erledigen, was erledigt werden musste, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Und es war leichter die Nächte durchzuarbeiten, als am nächsten Tag dem Kunden zu gestehen, wir haben es nicht geschafft.

Heute weiß ich, ich hatte die tiefe Angst in mir nicht mehr geliebt zu werden.

Der Weg aus dem Dilemma

Der erste Schritt aus dem Dilemma war raus aus der Komfortzone: Ich musste meinem Arbeitgeber sagen, dass ich so nicht weiter machen kann und will. Ich brauchte dringend eine Auszeit.

Der zweite Schritt war rein in die Komfortzone und wieder erlernen wie Entspannung geht. Was tut mir gut? Was tue ich nur für andere? Was ist das, was ich wirklich, wirklich will? Und ich durfte mir die Erlaubnis geben mir Zeit für mich zu selbst gönnen?

Regelmäßiges Verlassen der Komfortzone bringt Flexibilität

Die größte Erkenntnis für mich war: damit sich meine Komfortzone nicht nur sicher sondern auch gemütlich und komfortabel anfühlt, darf sie groß sein und stetig wachsen. Das erhöht meine Flexibilität, meinen Handlungsspielraum, meine Ausgeglichenheit und mein Glück.

Durch regelmäßiges und mäßiges Überschreiten meiner Komfortzone entsteht viel Gutes:

  • Ich lerne, was mir wirklich gut tut.
  • Ich lerne mich besser kennen.
  • Ich lerne Eigenverantwortung zu übernehmen.
  • Ich lerne Nein zu sagen.
  • Ich lerne mehr Selbstwertgefühl.
  • Ich lerne meinen Ängsten in die Augen zu schauen.
  • Ich lerne meine eigenen Ziele zu verfolgen.

Mein Fazit für ein glückliches und gesundes Leben:
Dehne regelmäßig deine Komfortzone,
um sie wachsen zulassen,
und genieße die Zeiten der Entspannung
innerhalb deiner Komfortzone.

Das Leben ist schön.
Silke Wolf

Neu aufpoliert: Wahrnehmung = Wirklichkeit (Oder etwa nicht???)

Erstmals erschienen am 28.07.2014.

Wahrnehmung = WirklichkeitWenn man etwas mit eigenen Augen gesehen hat, mit eigenen Ohren gehört oder eigenhändig angefasst hat, ist es wahr. Es gibt schließlich nichts Verlässlicheres als die eigenen fünf Sinne.

Eigenartig, dass uns trotzdem immer wieder Miss­ver­ständ­nisse und Meinungs­verschieden­heiten über das, was wir wahrnehmen, begegnen…
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Gastbeitrag zur Blogparade: Die Komfortzone als Kompromiss

Blogparade auf Stille-Stärken.de

Janne Jesse ist Autorin. In ihren gedichteten und selbst illustrierten Kinderbücher erzählt sie, was Kinder mit Sprechblockaden und Ängsten erleben.

Ihre Bücher „Aurelia sagt nie Danke“ (Link zu Amazon) und „Der stille Ritter Tom“ (Link zu Amazon) geben einen Einblick in die Realität von Kindern mit Selektivem Mutismus.

 

Jannes Beitrag zur Blogparade „Komfortzone verlassen? Oder lieber doch nicht?!“ ist eine „Komfortzonenerweiterungs-Aktivität“, bei der du sozusagen als LeserIn live dabei bist. 🙂

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Leserthema: „Ich hab keine Freunde (weil ich auf niemanden zugehe).“

Small Talk? Gute Frage!Eine Stille-Stärken-Leserin hat mich gebeten, mal etwas darüber zu schreiben, wie man Freunde kriegt, wenn man (sehr) zurückhaltend ist.

Das mache ich gerne – übrigens auch, wenn du eine Frage oder ein Thema für Stille Stärken hast.
Schreib mir einen Kommentar hier unter den Text oder eine persönliche Nachricht über’s Kontaktformular.

 

Ich habe die Antwort für dieses spezielle Leserthema eine ganze Weile vor mir hergeschoben, weil mir keine kurze einfache Antwort dazu eingefallen ist.

Denn genau genommen lautet die Frage an mich ja:

„Ich habe keine Freunde (weil ich auf niemanden zugehe).
Was ist der Trick, mit dem ich auf Leute zugehe, so dass die ganz einfach zu meinen Freunden werden?
Am Besten mit Erfolgsgarantie.
Bitte.“

Tja. Wenn’s dafür einen garantiert funktionierenden Trick gibt, kenne ich ihn nicht. Bedaure.

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Reisen oder Komfortzone?

Im Liegestuhl lesenJessica vom Blog „Yummy Travel“ hat die Frage in die Blogger-Runde geworfen:
„Warum in die Ferne schweifen?“

Sie fragt, ob es nicht einfacher wäre, daheim in der Komfortzone zu bleiben – und das hat mich wiederum zur Frage veranlasst, ob ich denn zwischen „Verreisen“ und „in der Komfortzone bleiben“ eine Wahl treffen muss…

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade „Warum in die Ferne schweifen?“ von Jessica auf yummytravel.de.
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