Small Talk – leichter getan als gedacht

von Christine Winter

10.09.2015

Ich weiß, was du denkst.

Du denkst: Die hat leicht reden. Die hat ja nicht meine Probleme… Die kann bestimmt ganz mühelos auf Leute zugehen und sich unterhalten.

Und du hast recht. Ich habe nicht deine Probleme. Ich habe meine eigenen.

Es kostet mich immer noch Überwindung, Leute anzusprechen. Das ist eine Herausforderung, die ich jedesmal auf’s Neue annehme. Und überwiegend bin ich dabei erfolgreich.

Nicht immer. Und wenn es gerade nicht geht, dann lass ich es auch mal.

Aber wenn es geht, dann macht es mir nichts aus. Dann macht es mir oft sogar Spaß. Denn ich mag es, Menschen zu begegnen.

Muss man Small Talk üben?

Wenn du nie in Situationen kommst, wo du mal eben ein paar nette Worte wechseln möchtest oder solltest, dann brauchst den ganzen Small Talk eh nicht. Und dann brauchst du auch nicht zu üben.

Und wenn du selbstbewusst sagst: „Small Talk mag ich nicht, also mach ich keinen!“ – dann brauchst du auch nicht zu üben.

Wenn du dir aber denkst: „Manchmal wär’s echt praktisch, ein kleines, unverbindliches Schwätzchen anzufangen, um ins Gespräch zu kommen“ – dann schadet ein bisschen Übung sicher nicht.

Wie übt man Small Talk?

Darüber habe ich wirklich lange nachgedacht. Und mir ist nicht viel mehr eingefallen, als tatsächlich Gelegenheiten zu suchen, bei denen Small Talk stattfindet – und mitzumachen.

Und über was – verflixt nochmal – redet man dann?

Das Wetter geht immer.

„Was machen Sie so?“ oder „Wo kommen Sie her“ auch.

Wenn jemand eine längere Anreise hatte, ist klassisch: „Hatten Sie eine gute Anreise?“ oder etwas salopper: „Sind sie gut hergekommen?“

Wenn man sich auf einer Veranstaltung trifft, die öfter stattfindet, kann die Frage: „Sind Sie zum ersten mal hier?“ ein Gespräch eröffnen. Und weiter geht es vielleicht mit: „Wie finden Sie die Veranstaltung?“ oder aber mit „Wie war’s denn beim letzten mal?“

Mein Tipp: Aufmerksam beobachten, was der andere anbietet

Ich mache das so:

Ich schaue mir die Leute erst eine Weile an. Dabei überlege ich mir, wer mich interessiert und mit wem ich gerne ins Gespräch kommen würde.

Ich achte darauf, welche nonverbalen Signale ich von der Person bekomme. (Da „Leute beobachten“ eh ein Hobby von mir ist, muss ich mich dazu nicht groß überwinden.)

Manchmal ist das Signal, das ich bekomme, eher: „Ich spiele jetzt gerade mit dem Handy, damit mich keiner anspricht.“ Dann respektiere ich das.
Aber manchmal ist das Signal ein interessierter Blick. Dann lächle ich und nicke und warte, wie es weitergeht.

Wenn mein Kontaktangebot offen angenommen wird, dann gehe ich auf die Person zu.
Und oft ergreift dann der Small-Talk-Partner gleich als erster das Wort. Das ist schön, denn zu antworten fällt mir viel leichter als anzusprechen.
Wenn ich zuerst „dran bin“, dann frage ich etwas ganz banales, naheliegendes.
Eben sowas wie: „Sind Sie auch zum ersten Mal hier?“ oder „Haben Sie gleich hergefunden?“ oder meinetwegen auch „Ganz schön kalt hier, finden Sie nicht auch?“

Und dann nehme ich den Ball auf, denn mir mein Gesprächspartner zuspielt.

Den Ball im Spiel zu halten ist meistens gar nicht so schwer. Und wenn sich zeigt, dass das hin-und-her-spielen nicht recht klappt, ist es auch nicht schlimm. Dann wende ich mich halt einem anderen Gesprächspartner zu.

Denn Small Talk muss nicht krampfhaft ausgedehnt werden. Es geht nur darum, einen kleinen Kontakt aufzubauen.

Und wenn du nur „Hallo“ sagst und wenn der Gesprächspartner nur „Hallo“ antwortet, dann kannst du freundlich lächeln und zu jemand anderem „Hallo“ sagen.

Fazit:

Ich mag Small-Talk, weil ich mit wenigen Worten einen Kontakt eröffnen kann. Und egal, was das Thema ist – ich weiß nach kurzer Zeit mehr über den Gesprächspartner und kann darauf aufbauen. Oder eben nicht.

Und ich mag Small-Talk nicht, weil ich mich meistens zu diesem ersten Kontakt zwingen (oder jedenfalls überwinden) muss. Und weil die Standardfragen und -floskeln oft sehr oberflächlich sind. Ich mag Small-Talk ehrlich gesagt einfach deshalb nicht, weil ich jemanden ansprechen muss, den ich noch nicht kenne – und manchmal ist das schon ziemlich viel verlangt.

Aber alles in allem ist es ein Kontaktritual. Und da ich Kontakt mag, mache ich dann doch mit – auf meine Weise.

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine

Christine

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