FAQ: Christine, was hat dir letztlich geholfen, aus den Sprechblockaden rauszukommen?

Was schlussendlich ausschlaggebend war…? – Ich weiß es nicht.

Irgendwann blickte ich auf meine Vergangenheit zurück und konnte mich nicht mehr genau erinnern, wann ich zuletzt sprachlos war und nichts daran ändern konnte

Es gab nicht den einen „Fingerschnipp“, mit dem alles anders war und ich spontan wusste, dass ich nie wieder eine Sprechblockaden erleben würde. Es war ein Weg. Ein Schritt nach dem anderen. Und nicht jeder Schritt war eindeutig als Fortschritt zu erkennen, als ich ihn ging.

Der Anfang der Veränderung war jedenfalls, dass ich mich entschieden habe, alles zu tun, was nötig war, um normale Kommunikation und normales Verhalten unter Leuten zu lernen.

Ich bin mir rückblickend ziemlich sicher, dass ich ohne diese Entscheidung für meine Eigenverantwortung und für die Fähigkeit, alles zu lernen, was ich brauchte, nicht die Motivation aufgebracht hätte, den langen Weg raus aus den Sprechblockaden ohne Begleitung zu gehen.

Ich bin mir auch sicher, dass es mit Begleitung leichter gewesen wäre. Vor allem, wenn mir mein Begleiter die Sicherheit gegeben hätte, dass ich es schaffe.

Was ich gemacht habe, war: Ich habe Erfolgserlebnisse gesammelt – und ich habe dabei gelernt, dass jede kleine Entwicklung ein Erfolg ist.

Außerdem habe ich irgendwann festgestellt, dass jeder Misserfolg, aus dem ich lerne, auch ein kleiner Schritt zum späteren Erfolg ist. (Auch, wenn sich das in dem Moment, in dem etwas schief gegangen war, nie so sehen konnte. Denn ich bin seeehr ungern erfolglos…)

Heute weiß ich: Lernen heißt, zu wissen, was für mich nicht funktioniert. Und dann etwas anderes zu machen. Oder das gleiche nochmal, aber anders.

Ich habe gelernt, dass ich manche Sachen auf meine Weise machen muss, damit die Sprachlosigkeit keine Rolle spielt. Daraus ist mein Motto entstanden – und darin steckt für mich die gesammelte Erkenntnis aus dem Weg aus meinen Blockaden:

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.

 


 

Nächste Frage: Warum gibt’s immer wieder Rückschritte?

Zurück zur Übersichtsseite

 

Findest du auch, dass es noch zu wenig Verständnis für Mutismus gibt?

Die neue Studie der Universitäten Zürich und Würzburg hat zum Ziel, daran etwas zu ändern.
Und alle von Mutismus betroffenen Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern können dazu beitragen und die Forschung aktiv unterstützen.

Was du dazu tun musst:

  1. Fordere per E-Mail die Fragebögen bei der Uni Zürich an.
    Die E-Mail-Adresse ist mut.ist.muss@kjpd.uzh.ch
    Gib in deiner Mail unbedingt deine Post-Adresse an, denn…
  2. Du bekommst per Post die Fragebögen zugeschickt.
  3. Du nimmst dir als Elternteil mit deinem Kind ein wenig Zeit und beantwortest in aller Ruhe die Fragen.
  4. Dann steckst du die Fragebögen in den Rückumschlag und bringst den zur Post.
    (Das Porto zahlt natürlich die Uni.)

Ich freue mich riesig, wenn durch deine Mitwirkung an der Studie klarer wird, was Mutismus ist und wie wir damit umgehen sollten.

Infos zur Studie (PDF)