FAQ: Ist Selektiver Mutismus eigentlich unheilbar?

Nein. Ist er nicht. Sonst hätte ich ihn noch. 🙂

Ich bin überzeugt davon, dass es möglich ist, die Sprechblockaden abzulegen – und zwar für immer.
Ich hab’s gemacht. Du kannst das auch.

Ich bin auch überzeugt davon, dass es einen Weg gibt, der schneller geht und einfacher ist, als es meiner war. Vielleicht hat ihn bisher noch keiner entdeckt, aber das heißt nicht, dass er nicht existiert.

Mit den Möglichkeiten, die im Moment zur Behandlung von Selektivem Mutismus eingesetzt werden, scheint es umso leichter (und schneller) Erfolge zu geben, je jünger die Betroffenen sind. Das ist insofern nachvollziehbar, weil über die Jahre die mutistische Blockade immer „normaler“ als Reaktion auf alle möglichen schwierigen Situationen wird – und weil man zugleich währenddessen keine Verhaltensalternativen lernt, wenn man „automatisch“ (also unwillkürlich und ohne andere Wahl) immer öfter in der Blockade landet.

Für Jugendliche und Erwachsene braucht es aus diesem Grund eine andere Herangehensweise als bei Kindern. Die Therapie betrifft dann in der Regel nicht mehr nur (und oft auch nicht vorrangig) die Sprechblockaden, sondern eben auch all die anderen Themen, die sich in einem mutistischen Leben mit der Zeit ansammeln.

Für die Behandlung von Selektivem Mutismus (insbesondere bei Kindern) speziell ausgebildete Therapeuten findest du in der Mutismus-Spezialisten-Linksammlung.

Ich kenne bisher keine Therapeuten, die sich auf Selektiven Mutismus bei Erwachsenen spezialisiert haben. Das heißt aber nur, dass du entweder dem Therapeuten genau erklären (aufschreiben) musst, was du wie erlebst und wie sich das auswirkt. Oder du gehst zu den Fachleuten von den genannten Listen und „bringst ihnen bei“, wie es ist, als Mutist erwachsen geworden zu sein.

Mit einem Therapeuten, zu dem du einen „guten Draht“ hast, kannst du eine Menge erreichen. Es gibt keinen Grund, warum du nicht schon bald deine endgültig letzte Sprechblockade hinter dir lassen solltest.

Und zu der (fachlichen) Meinung mancher Therapeuten, Mutismus sei „zwar überwindbar, aber nicht heilbar“, habe ich noch einen Blogartikel für dich: Man muss nicht alles glauben, was stimmt.


 

Nächste Frage: Ist Selektiver Mutismus eine Erbkrankheit?

Zurück zur Übersichtsseite

 

Findest du auch, dass es noch zu wenig Verständnis für Mutismus gibt?

Die neue Studie der Universitäten Zürich und Würzburg hat zum Ziel, daran etwas zu ändern.
Und alle von Mutismus betroffenen Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern können dazu beitragen und die Forschung aktiv unterstützen.

Was du dazu tun musst:

  1. Fordere per E-Mail die Fragebögen bei der Uni Zürich an.
    Die E-Mail-Adresse ist mut.ist.muss@kjpd.uzh.ch
    Gib in deiner Mail unbedingt deine Post-Adresse an, denn…
  2. Du bekommst per Post die Fragebögen zugeschickt.
  3. Du nimmst dir als Elternteil mit deinem Kind ein wenig Zeit und beantwortest in aller Ruhe die Fragen.
  4. Dann steckst du die Fragebögen in den Rückumschlag und bringst den zur Post.
    (Das Porto zahlt natürlich die Uni.)

Ich freue mich riesig, wenn durch deine Mitwirkung an der Studie klarer wird, was Mutismus ist und wie wir damit umgehen sollten.

Infos zur Studie (PDF)