Schüchtern & Glücklich

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von Christine Winter

03.09.2015

Bist du schüchtern?
Und hast du auch oft das Gefühl, dass du deine Schüchternheit erst loswerden musst, um wirklich glücklich sein zu können?

Dieser Gastartikel von Sabine Bromkamp ist für dich, wenn deine Schüchternheit dir Lebensfreude nimmt. Hier erfährst du 3 grundlegende Fakten, die dich befreien.

1. Akzeptanz

Treibt dir der Satz „Du musst deine Schüchternheit akzeptieren“ auch Tränen in die Augen?
Das fühlt sich so niederschmetternd an.
Wie sollst du denn die Schüchternheit akzeptieren, wenn sie dich doch so quält?
Wie kannst du sie akzeptieren, wenn sie dir den Schlaf raubt und dich daran hindert glücklich zu sein?

Eines vorweg. „Akzeptieren“ ist nicht gleichzusetzen mit „hinnehmen“.

Akzeptieren bedeutet, den Ist-Zustand anzunehmen, um dann in Ruhe einen Plan zu schmieden, wie du das Leben schöner und glücklicher gestalten kannst.

Ich lege dir deshalb ans Herz: Akzeptiere deine Schüchternheit und ich erkläre dir auch sehr gerne, warum das so wichtig ist. Ich bin sicher, dir wird es dann leichter fallen, deiner Schüchternheit ein bisschen Akzeptanz entgegenzubringen, aus Überzeugung.

  1. Hast du im Internet schon gelesen, dass Schüchternheit lediglich antrainiert ist? Sie wäre wie ein trainierter Muskel, dessen Benutzung sich man regelrecht abgewöhnen kann, sodass der Muskel an Masse verliert und sich deine Schüchternheit somit immer mehr verflüchtigt?
    Wenn du das glaubst, wundert es mich nicht, dass deine Schüchternheit dir schlechte Gefühle bereitet. Denn wenn du tatsächlich der Meinung bist, dass du erstens deine Schüchternheit selbst hervorgerufen und gestärkt hast und es dir ja zweitens gelingen müsste, sie dir wieder abzutrainieren, dann kommst du ganz schnell mit einem Gefühl der Schuld in Berührung. Du bist schuld an deiner Schüchternheit? Und du schaffst es nicht, sie eigenständig wieder loszuwerden? Wenn du dich hierin wiedererkennst, ist es ganz logisch, dass du unter deiner Schüchternheit leidest. Und wahrscheinlich weißt du gar nicht, dass Schüchternheit sehr wohl auch angeboren sein kann, da die Amygdala (Mandelkern) in deinem Gehirn an der Entstehung von Angstgefühlen beteiligt sind. Darauf hast du wenig Einfluss.
  2. Die Frage ist, worunter leidest du WIRKLICH? Unter deiner Schüchternheit? Oder unter deiner Einstellung zu deiner Schüchternheit? Schüchterne Menschen wünschen sich, sie wären anders. Sie verteufeln ihre Schüchternheit und haben zudem oft noch das Gefühl versagt zu haben. Schließlich liest man immer wieder, es sei alles nur antrainiert.

Kommt dir das bekannt vor?

Stell dir einmal bildlich vor, was passiert, wenn du diese Gefühle hast; wenn du deine Schüchternheit zutiefst hasst und du auch noch glaubst, du wärst nicht in der Lage, diese Eigenart in den Griff zu bekommen.

Ich sag dir, da ist ganz schön was los in dir. In dir tobt ein Krieg, ein innerer Kampf – gegen dich selbst. Erschreckend oder?

Wenn dir wirklich klar wird, dass du NIEMALS glücklich sein kannst, wenn du die Waffen gegen deine Schüchternheit nicht niederlegst, dann erkennst du, warum die Akzeptanz so wichtig ist.

Akzeptanz bedeutet Annahme. Du nimmst deine Schüchternheit an. Ohne sie zu bewerten. JETZT im Moment ist sie ein Teil von dir. Jetzt im Moment ist sie da. Sie ist weder gut, noch schlecht. Sie IST einfach.

Wie fühlt sich das für dich an? Spürst du, wie du ruhiger und entspannter wirst, wenn du dir vorstellst, dass deine Schüchternheit einfach nur da ist. Sie ist schmerzlos. Sie ist neutral. Einfach anwesend.

DAS ist Akzeptanz. Und genau das ist der Moment, wo Frieden entsteht. Frieden in dir.
Frieden bedeutet Ruhe. Und in der Ruhe liegt die Kraft.
Legst du die Waffen nieder, kannst du dich besinnen und zur Stärke finden.
Und mithilfe der neu gewonnenen Stärke hast du die Kraft, dir zu überlegen, wie du die belastenden Anteile deiner Schüchternheit immer mehr loslassen kannst.

2. Schüchternheit vs. die belastenden Anteile der Schüchternheit.

Wenn du dich auf meiner Webseite umschaust, stellst du fest, dass ich grundsätzlich einen Unterschied mache zwischen der „Schüchternheit“ und den „belastenden Anteilen der Schüchternheit“.

  1. Die belastenden Anteile der Schüchternheit:
    Wie ich oben bereits erwähnt habe, ist Schüchternheit keinesfalls nur antrainiert. Jedoch spielen natürlich die Erziehung und gemachte Erfahrungen eine Rolle. Und natürlich entwickelt ein Mensch, der immer wieder zurückgewiesen wurde, Schutzmechanismen, und dazu gehört die Schüchternheit, die verhindert, wieder und wieder abgelehnt zu werden.
    Schüchternheit ist nicht nur die Angst oder das Unwohlsein in sozialen Situationen. Schüchternheit ist auch ein Schutzmechanismus, der entwickelt wurde, um zukünftige Misserfolge zu vermeiden. Zu den Misserfolgen gehört auch, von anderen abgelehnt oder kritisiert zu werden. Um das zu verhindern, werden bestimmte Situationen vermieden. Man schützt sich somit vor weiteren Niederlagen. Dadurch kann man natürlich in einen Kreislauf geraten, der das Selbstwertgefühl immer mehr schmälert. Das wiederum führt dazu, dass die Schüchternheit immer stärker wird. Man beginnt immer mehr soziale Situationen zu meiden, sich hinten anzustellen, sich zu viel gefallen zu lassen etc. und verliert somit immer mehr Lebensfreude.
    Diesem Verhalten muss ein Ende gesetzt werden. Das ist in der Tat durchaus antrainiert. Das sind die BELASTENDEN ANTEILE der Schüchternheit, die losgelassen werden möchten.
  2. Die naturelle Schüchternheit
    Da gibt es jedoch noch etwas Wundervolles, etwas Weiches, etwas Zartes, etwas Liebliches, nämlich die pure Schüchternheit. Damit meine ich diesen feinen, weichen Wesenszug; diese liebevolle Eigenschaft, die das Leben dir mitgegeben hat, wenn du schüchtern bist.
    Eine schüchterne Art liegt durchaus im Wesen, ist angeboren, und hat mir den belastenden Anteilen der Schüchternheit nicht viel am Hut. Die Übergänge sind zwar fließend, jedoch noch gut voneinander zu unterscheiden.
    Die naturgegebene Schüchternheit hat etwas sehr Reizvolles und Liebenswertes.Wusstest du, dass schüchterne Menschen

    • in zwischenmenschlichen Beziehungen unheimlich stark sind? Sie können zwischen den Zeilen lesen, Stimmungen wahrnehmen, die für andere nicht sichtbar sind und sehr schnell Verbindungen von Herz zu Herz knüpfen. Das ist eine Gabe, die nicht jeder Mensch hat.
    • geheimnisvoll auf andere wirken? Stille Wasser sind tief. Und wen reizt es nicht, in die Tiefe abzutauchen und zu entdecken, was das tiefe Wasser noch alles für Überraschungen und Abenteuer bereithält?
    • durchaus sehr beliebt sind? Schüchternen Menschen wirken vertrauensvoll und zuverlässig. Und wem ist eine vertrauensvolle Freundschaft nicht wichtig?
  3. Zusammenfassend gesagt:
    Liebe deine Schüchternheit und nutze sie. Wenn deine zurückhaltende Art deinem Naturell entspricht, bist du GENAU SO GEWOLLT und dann bist du SO GENAU RICHTIG. So bist du geboren worden. Und wenn du so geboren wurdest, hat das einen Sinn.
    Wenn sich im Laufe deines Lebens deine Schüchternheit (aufgrund der Erziehung/Erfahrungen etc.) zu einem Problem entwickelt hat, filtere genau das heraus, was dich belastet. Mit den belastenden Anteilen deiner Schüchternheit kannst du dann wunderbar arbeiten und mithilfe verschiedener Möglichkeiten diese dann Schritt für Schritt loslassen.

3. Kluge Worte von Albert Einstein:

Albert Einstein

“Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.”

Dieses Zitat habe ich auch neulich auf meiner Facebook-Seite gepostet.
Lass dir diesen Satz mal auf der Zunge zergehen.
Was steckt dahinter?

Hand aufs Herz: Vergleichst du dich auch oft mit Menschen, die augenscheinlich anders, besser, selbstbewusster, erfolgreicher sind als du?
Kannst du dir vorstellen, dass dieser Vergleich hinkt? Und zwar so sehr hinkt, dass du völlig falsche Annahmen und Überzeugungen über deine Person entwickelst?

Schauen wir uns nochmal das Zitat an. Stell dir vor, der Fisch schaut immer wieder zum Eichhörnchen hinauf und ist zutiefst traurig, weil er es noch nicht geschafft hat, in schwindelnder Höhe so elegant auf den Baum zu klettern und von Ast zu Ast zu springen. Der Fisch fühlt sich klein, unfähig, nutzlos.

Der Fisch macht einen Fehler. Er vergleicht sich mit anderen und schneidet dabei verdammt schlecht ab, weil er vergessen hat, dass er ein völlig anderes Wesen ist, mit eigenen Qualitäten und Fähigkeiten.

Der Fisch hat die Möglichkeit, neidisch und mit Tränen in den Augen zum Eichhörnchen hinaufzuschauen und seine Lebenszeit damit zu vergeuden, ANDERS SEIN zu WOLLEN, oder er besinnt sich auf seine eigenen Stärken und Fähigkeiten, bringt diese zum Einsatz und lebt glücklich und erfüllt bis an sein Lebensende.

Was möchtest du tun?
Dein Naturell annehmen und dich auf deine Stärken besinnen; dich und andere damit glücklich machen und dein Leben so gestalten, wie es WIRKLICH zu DIR passt?
Oder für den Rest deines Leben mit deinem Schicksal hadern und dein Leben ungeliebt an dir vorüberziehen lassen?

Entscheide dich für dich.

Du kannst schüchtern UND glücklich sein. Du kannst deinem Wesen entsprechend leben und ein Leben voller Freude und Fülle genießen.
Verabschiede dich von dem Gedanken, dich um 180 Grad drehen zu müssen, damit das Glück den Weg zu dir findet.

Was dich wirklich belastet, das schmeiße raus aus deinem Leben.
Aber schau genau hin. Es ist nicht deine naturelle, pure Schüchternheit, die dich hemmt; es sind die belastenden Anteile, die du entwickelt hast. Die kannst du wegradieren. Schritt für Schritt.

Und alles Andere darf bleiben. Schau genau hin, wo deine Schüchternheit dich blockiert und gehe gezielt deiner Freiheit entgegen. Und erlaube dir, deinem Wesen entsprechend zu leben.

Ganz herzlichen Dank an Sabine für diesen Gastartikel, der uns viele wichtige Denkanstöße gibt, um einen klareren und differenzierteren Blick auf die Schüchternheit zu werfen.

Mehr von Sabine findest du auf ​sabinebromkamp.de.

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