Hunderte von fremden Menschen…

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von Christine Winter

07.07.2014

Weißt du, wie es ist, auf einer großen Veranstaltung niemanden zu kennen? Hunderte von Menschen scheinen sich um dich herum angeregt zu unterhalten, während du versuchst, in einer Ecke unsichtbar zu werden… Du stehst herum und fühlst dich unwohl, linkisch und überflüssig. Und du fragst dich insgeheim, was dich auf die blödsinnige Idee gebracht hat, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen…

Ich wusste genau, warum ich am Kongress teilnehmen wollte: Jede Menge spannende Vorträge, tolle Sprecher, interessante Themen. Aber eben auch jede Menge Menschen – und ich kannte nur wenige so gut, dass ich entspannt auf sie zugehen konnte.

Während ich also am Rande des Geschehens gewartet habe, bis endlich der offizielle Teil losgeht und kein Small-Talking mehr erwartet wurde, habe ich mir ein paar Strategien für solche Events überlegt.

6 Überlegungen, um sich unter vielen Menschen wohler zu fühlen:

  1. Sei pünktlich, aber nicht zu früh.


    Wenn du rechtzeitig da bist, kannst du dich unauffällig unter die Besucher mischen – allerdings nur, wenn auch schon eine gewisse Zahl von Leuten da ist.
    Den großen Auftritt in letzter Minute möchtest du aber sicher vermeiden. Plane daher die Zeit ein, die du brauchst, um dich in der fremden Umgebung zurechtzufinden. Die Veranstaltung wird für dich ein Erfolg, wenn du dich von Anfang an wohl fühlst.
  2. Such dir eine ruhige Ecke und beobachte.


    Es spricht absolut nichts dagegen, wenn du dich erst mal in den Hintergrund zurückziehst und dich umschaust. Nimm in aller Ruhe den Raum, die Stimmung, die Leute wahr – und vielleicht entdeckst du sogar jemanden, mit dem du dich vertraut genug fühlst, um auf ihn zuzugehen.
  3. Such dir schon mal deinen Platz.


    Auch wenn scheinbar alle im intensiven Gespräch vertieft herumstehen – du kannst dich ohne weiteres schon mal auf deinen Platz setzen. Vielleicht liegt ja Lesestoff aus , mit dem du dich beschäftigen möchtest (beispielsweise das Programmheft oder die Veranstaltungsbroschüre). Oder du hast dein Notizbuch dabei und möchtest dir etwas aufschreiben. Und nichts ist unauffälliger als jemand, der sich intensiv mit seinem Smartphone befasst. Zum Beispiel um es schon mal stumm zu schalten.
  4. Konzentriere dich auf den Inhalt.


    Ob du einen Vortrag, ein Konzert, ein Theaterstück oder eine Sportveranstaltung besuchst – du bist hier, weil dich der Inhalt interessiert. Richte deine Aufmerksamkeit von Anfang bis Ende auf den Inhalt, genieße die Veranstaltung.
    Die Leute um dich herum interessieren sich auch nur für die Show. Du brauchst also erst mal keinen Gedanken an sie zu verschwenden.
  5. Pausen sind zum Pause machen da.


    Auch wenn die ganzen Extravertierten in jeder Pause sofort jemanden suchen, dem sie ihre Meinung sagen können – es ist völlig okay, wenn du die Pause nutzt, um für dich zu sein und dich zu erholen. Wenn dir die Leute zu viel sind, dann geh irgendwo hin, wo nicht so viele sind. Du kannst nach draußen gehen, vielleicht sogar einen kleinen Spaziergang machen und dich erholen. Oder du suchst dir eine ruhige Ecke (siehe 2.).
  6. Du musst nicht länger bleiben als du möchtest.


    Du kannst jederzeit gehen. Vor allem musst du nicht nach der Veranstaltung herumstehen, wenn du dazu keine Lust hast. Es war anstrengend genug, mit den vielen Menschen in einem Raum zu sein – wenn es dir reicht, dann reicht’s!

Bonus-Ideen (als ordentliche Herausforderung):

Wenn du das Gefühl hast, mit Veranstaltungen im allgemeinen ganz gut zurecht zu kommen – aber auch erst dann!!! -, ist es vielleicht an der Zeit, in Kontakt zu kommen. Daher kommen hier noch drei Überlegungen, wie du als stiller Mensch mit anderen ins Gespräch kommst.

  1. Die Toiletten-Schlange.


    Die Warterei vor dem Klo (alternativ vor dem Getränkeverkauf oder den Fan-Artikeln) regt viele Leute zu einer belanglosen Unterhaltung an. Vielleicht kannst du ja eine kleine Antwort geben, wenn die Menschen vor oder hinter dir kleine Gesprächsfetzen austauschen. Versuche erst gar nicht, geistreich und tiefschürfend zu sein. Niemand erwartet in dieser Situation viel Inhalt – es geht einfach nur darum, die Zeit totzuschlagen. Und trotzdem hast du einen kleinen Kontakt geknüpft.
  2. Die Allein-Stehenden.


    Es gibt auf jeder Veranstaltung Leute, die alleine da sind und sich genauso unwohl fühlen wie du. Du kannst sie daran erkennen, dass sie von einer ruhigen Ecke aus die Leute beobachten oder an ihrem Platz mit dem Handy spielen. Wenn du dich gerade richtig gut fühlst, dann geh auf so jemanden zu. Allerdings musst du ihm dann auch eine Gelegenheit geben, den Kontakt mit dir aufzunehmen, indem du ihn ansprichst. (Nur hingehen und auffordernd gucken ist für euch beide megapeinlich!)
    Halte deinen ersten Satz so simpel wie nur irgend möglich:
    „Findest du die Veranstaltung interessant – lustig – hilfreich – spannend – unterhaltsam?“
    „Warst du schon mal hier?“
    „Kennst du auch niemanden?“
    SO SIMPEL WIE IRGEND MÖGLICH!!!
    Wenn sich die oder der Allein-Stehende auch nur ansatzweise so unwohl fühlt wie du, wird er dankbar das Gesprächsangebot annehmen. Wenn nicht, hast du immerhin enormen Mut bewiesen und kannst dich erst mal zurückziehen, um dich über diesen Erfolg zu freuen.
  3. Die Grüppchen besuchen.


    Okay, das ist jetzt schon ziemlich herausfordernd: Es bilden sich oft Grüppchen von Leuten, die sich vor der Veranstaltung noch nicht kannten und über Belangloses plaudern. Die haben dann auch nichts dagegen, wenn sich noch jemand dazu gesellt. Allerdings braucht es eine gute Beobachtungsgabe und ein gewisses Fingerspitzengefühl, um zu erkennen, ob man nicht stört.
    Wenn du dich zu einem Grüppchen gesellen möchtest: Sag etwas – SO SIMPEL WIE IRGEND MÖGLICH (siehe oben).
    Bist du willkommen, dann wirst du in die Runde einbezogen. Wenn nicht, hast du enormen Mut bewiesen…

Bei allen Ideen, mit vielen Menschen umzugehen, solltest du dir immer bewusst sein, dass du Rückzugsräume und Ruhepausen brauchst. Leute zu treffen macht viel Spaß, wenn du es entspannt genießen kannst.

Wenn du dich überfordert fühlst, dann nimm dir deinen Raum und deine Zeit. So wirst du eine gute Erinnerung an diese Veranstaltung haben und dich auf die nächste Gelegenheit, unter viele Leute zu gehen, freuen können.

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine

Christine

PS: Als ich vor Beginn des Kongresses so herumgestanden bin, sind zwei liebe Bekannte aufgetaucht. Und schon war ich viel viel entspannter.

Daher mein Super-Bonus-Zusatz-Tipp: 

Am allerbesten gehst du mit Freunden hin oder triffst dich dort mit jemandem (mit dem du vorher ganz genau abgesprochen hast, wann und wo, damit du nicht alleine rumstehen musst). Mit vertrauten Leuten macht es halt einfach am allermeisten Spaß.

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