Darf ich mich vorstellen?

Auf dem Weg zum neuen Job – Teil 1

Mach mit bei der Mutismus-Fragebogen-StudieMenschen brauchen eine Arbeit. Menschen möchten arbeiten.

Unternehmen brauchen Menschen, die arbeiten möchten. Chefs möchten Mitarbeiter.

 

Klingt doch gut, oder?
Und doch ist der Weg zu einem neuen Job ganz schön herausfordernd.

1. Was will ich denn eigentlich machen?

Ist das nicht eine der ganz schwierigen Fragen im Leben?

Was will ich wirklich – also wirklich! – jeden Tag machen. Was interessiert mich so sehr, dass ich es gerne ein paar Jahre lang tue? Was liegt mir so gut, dass ich dafür auch gerne ein paar Kompromisse eingehe?

Was mache ich gerne, obwohl ich es vielleicht noch nicht perfekt beherrsche? Was macht mir Vorfreude auf’s Lernen, Ausprobieren, Verbessern und noch mehr Dazulernen?

Die Antworten sind echt schwierig zu finden. Man weiß meistens erst hinterher, ob das, was man tut auch langfristig Spaß macht. Und darum ist es ziemlich normal, wenn sich vorher eine große Unsicherheit breit macht.

Es gibt natürlich Leute, die ohne jeden Zweifel ab dem Grundschulalter genau sagen können, was sie später machen werden. Und es gibt auch Leute, die diesen Beruf ergreifen und damit für den Rest ihres Arbeitslebens glücklich sind.

Ich glaube nicht, dass ich schon mal jemandem begegnet bin, auf den das zutrifft – aber bestimmt gibt es solche Leute. Wenigstens ein paar…

Wenn du nicht dazu gehörst und wenn du auch Schwierigkeiten hast, genau zu wissen, was du ein Berufsleben lang tun willst, dann solltest du aufhören, danach zu suchen. Aus mehreren Gründen:

  • Die meisten Leute mögen an ihrer Arbeit gar nicht alle einzelnen Aufgaben, die sie erledigen, sondern gehen gerne hin, weil der Arbeitsplatz und das ganze Drumherum zu ihnen passt und die Tätigkeit insgesamt überwiegend Freude macht.
  • Die meisten Aufgaben machen umso mehr Spaß, je mehr Erfolgserlebnisse man damit hatte. Und Erfolg kommt mit dem Tun.
  • Es ist den meisten Menschen wichtiger, dass ihre Arbeit nach ihren persönlichen Überzeugungen einen Sinn hat, als dass ihre Aufgaben genau ihren Vorstellungen entsprechen.
  • Die Entscheidung für einen Beruf ist der Anfang des Berufslebens. Und irgendwo muss man schließlich anfangen…
  • Jeder kann jede Entscheidung jederzeit wieder ändern.

Und trotzdem: Es geht nicht ohne Kriterien, nach denen du deine Jobsuche ausrichtest. Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten. Du brauchst also ein paar Rahmenbedingungen, die deine Suche leichter machen.

  • Hast du ein Vorbild?

    Gibt es einen Menschen, der so lebt und so ist, wie du dir das für dich vorstellst?

    Das kann ein Mensch aus deiner Umgebung sein. Es kann auch jemand sein, den du aus der Zeitung oder dem Fernsehen kennst. Oder eine erfundene Figur aus einem Film, einem Buch, einem Comic…

    Egal, ob dir deine Großtante, Luke Skywalker oder Angelique Kerber eingefallen ist – welche Eigenschaften findest du besonders interessant an deinem Vorbild? Was würdest du gerne von seinen Fähigkeiten übernehmen? Welches Lebensgefühl könntest du übernehmen?

    Ich behaupte: Was du bei deinem Vorbild toll findest, das steckt auch in dir selbst.

    Du darfst mir aber gerne widersprechen.

  • Kennst du eine Stärke von dir?

    Eine Stärke reicht erstmal. Wenn du mehr parat hast, macht das aber auch nichts.

    Das Bemerkenswerte an Stärken ist, dass sie so normal und selbstverständlich sind – sie sind buchstäblich für ihren Besitzer unsichtbar. So, wie Atmen einfach in jeder Lebenslage funktioniert, wenn man nicht darüber nachdenkt. Sobald man anfängt, darauf zu achten, wird es plötzlich schwieriger und man fängt an, an sich zu zweifeln.

    Was machst du so natürlich wie atmen – jedenfalls, bevor du anfängst, zu überlegen?

    Lass den Gedanken erst mal so stehen, ohne ihn gleich in Grund und Boden zu argumentieren.

    Wenn du eine Stärke bei dir entdeckt hast, dann behalte sie im Hinterkopf und beobachte deinen Alltag eine Weile. Gut möglich, dass du darauf auch im Job nicht gerne verzichtest.

  • Welchen Rat würdest du deiner besten Freundin geben?

    Wenn du einem lieben Menschen (er oder sie kann auch erfunden sein) helfen solltest, einen Job auszuwählen – was wäre deine Empfehlung?

    Denk dir ausführlich aus, was gut passen würde und wie der andere zu genau diesem passenden Job finden würde. Lass dir Zeit. Lass deine Phantasie spielen – je freier, desto besser.Wenn du magst, mach dir ein paar Stichpunkte mit deinen Empfehlungen.

    Und dann tu mal so, als ob du in die Rolle der von dir beratenen Person schlüpfen würdest. Und schau mal, ob deine Empfehlungen passen – je phantasievoller, desto besser.

    Schließlich kannst du deine Tipps auch für dich selbst „anprobieren“. Nur so, als ob…

2. Meinen die etwa mich?

Du schlägst eine Zeitung auf oder surfst durch ein Jobportal. Und da ist eine Anzeige, die deine Aufmerksamkeit anzieht. Du liest sie und denkst: Schade, passt nicht.

Du liest sie nochmal und denkst: Wäre schon schön, wenn sie passen würde.

Du legst die Zeitung beiseite oder setzt ein Lesezeichen im Browser.

Und nach einer Weile zieht es dich wieder zu dieser Stellenanzeige hin.

Mach dir nichts vor: Dein Bauch hat bereits entschieden, dass du dich bewerben sollst. Der Kopf findet einen Haufen Gründe, die dagegen sprechen – klar, das ist ja sein Job. Dein Bauchgefühl braucht keine Argumente. Es macht dich neugierig – das ist sein Job.

Gut möglich, dass die Anforderungen nicht zu dem passen, was du anbieten kannst. Wenn du das Gefühl nicht loswirst, dass die Firma trotzdem etwas für dich wäre, dann hast du dennoch ein paar Möglichkeiten:

  • Du beobachtest die „Karriere“-Seite des Unternehmens im Internet. Wenn es nicht die aktuell ausgeschriebene Stelle sein soll, dann vielleicht eine der nächsten…
  • Du suchst auf Jobportalen nach Stellen bei diesem und vergleichbaren Unternehmen.
  • Du schickst eine Blindbewerbung und erzählst, was dich an diesem Unternehmen besonders angesprochen hat und was du deinem Arbeitgeber zu bieten hast.

3. Wie soll ich denn für mich werben? – Ich bin doch nichts Besonderes…

Für ganz viele Tätigkeiten muss man niemand Besonderes sein. Es reicht, wenn man man selber ist. Ehrlich!

Wenn du ein bunter Vogel bist, dann darfst du gerne deine bunten Feder hervorheben. Wenn du aber nicht zum Papagei geboren bist, dann zeigst du dich eben ganz bodenständig. Du stellst deine Stärke heraus und beschreibst, was du an Fähigkeiten mitbringst.

Be-werben heißt vor allem, dass du dich nicht verstellst und keine Werbung für etwas machst, was du hinterher nicht liefern kannst oder willst.

Wenn deine Traum-Firma nicht sucht, was du anbietest, dann passt ihr nicht zusammen.
(Das ist ähnlich wie beim Traum-Mann – Six-Pack und viel Kohle ist für eine langfristige Beziehung auch nicht alles. Sag ich jetzt mal so… 😉 )

Auch, wenn’s schwer fällt – beim Bewerbung schreiben gilt ganz besonders:
Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine
Christine

Weiterlesen bei Teil 2…

 

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