FAQ: Wann ist es sinnvoll, bei Selektivem Mutismus Psychopharmaka zu nehmen?

Da es soweit ich weiß kein Medikament gegen mutistische Blockaden gibt, ist nach meinem Verständnis die Sprechblockade an sich kein Grund für die Verordnung eines Medikaments.

Das heißt absolut nicht, dass ich Psychopharmaka ablehne. Denn es gibt eine Menge gute Gründe, um sie zu verordnen: Depressionen, Psychosen, vielerlei psychische Störungen sind mit Medikamenten behandelbar – und dann ist es absolut sinnvoll, im akuten Fall die vom Arzt verschriebenen Medikamente einzunehmen.

Insbesondere, wenn eine Psychotherapie gar nicht erfolgversprechend wäre, weil starke Symptome die Arbeit am Problem verhindern, ist die Gabe von Medikamenten wichtig, um den Einstieg überhaupt zu finden.

Wenn du psychische oder körperliche Probleme hast, dann besprich dich bitte mit deinem Arzt und deinem Therapeuten. Lass dir genau erklären, was er vorschlägt und welche Wirkung er erwartet. Kläre auch, was über die Medikamentenbehandlung hinaus sinnvoll ist, damit du dich weiterentwickelst und das Problem langfristig lösen kannst.

Ich bin für Psychopharmaka. Ich bin auch für Kopfschmerztabletten und für Blutdruckmedikamente. Ich bin sehr froh, in einer Zeit zu leben, in der es die moderne Medizin gibt. Ich bin dafür, dass du verantwortlich damit umgehst und dass du dir die Hilfe von Fachleuten holst, die dich gesund macht.

Sorge gut für dich. Und lass dich dabei begleiten und unterstützen.

Wenn du dich krank fühlst, dann geh zum Arzt!

 


 

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Findest du auch, dass es noch zu wenig Verständnis für Mutismus gibt?

Die neue Studie der Universitäten Zürich und Würzburg hat zum Ziel, daran etwas zu ändern.
Und alle von Mutismus betroffenen Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern können dazu beitragen und die Forschung aktiv unterstützen.

Was du dazu tun musst:

  1. Fordere per E-Mail die Fragebögen bei der Uni Zürich an.
    Die E-Mail-Adresse ist mut.ist.muss@kjpd.uzh.ch
    Gib in deiner Mail unbedingt deine Post-Adresse an, denn…
  2. Du bekommst per Post die Fragebögen zugeschickt.
  3. Du nimmst dir als Elternteil mit deinem Kind ein wenig Zeit und beantwortest in aller Ruhe die Fragen.
  4. Dann steckst du die Fragebögen in den Rückumschlag und bringst den zur Post.
    (Das Porto zahlt natürlich die Uni.)

Ich freue mich riesig, wenn durch deine Mitwirkung an der Studie klarer wird, was Mutismus ist und wie wir damit umgehen sollten.

Infos zur Studie (PDF)