Du bist nicht einfach nur “still” in einer Sprechblockade

Vielleicht hast du den Spruch auch schon mal gelesen (oder sogar selbst auf Facebook mit deinen Freunden geteilt):

Wenn du still bist, verstehen dich nur Menschen, die dich fühlen.

Das ist gut beobachtet.

Beispiel:
Du unterhältst dich bestens in einer geselligen Runde mit allen um dich herum. Ihr habt richtig Spaß miteinander. Alles passt.
Und während du dich pudelwohl fühlst, entscheidest  du dich, eine Weile nichts zu sagen.
Dann liegt es an den anderen, ob sie sich empathisch in dich hineinfühlen möchten oder nicht.
Wer dann mit Empathie hinspürt, der kann in so einer kommunikativen Situation eine Menge von dir erfahren, ohne dass es dafür Worte braucht.

Oder:
Du sitzt deinem Herzensmenschen gegenüber und ihr könntet stundenlang entspannt miteinander plaudern. Ihr seid euch richtig nah – also vom Gefühl her. (Und körperlich womöglich auch.)
Wenn ihr dann für einen besonders innigen Moment in stiller Übereinkunft auf’s Reden verzichtet, dann könnt ihr wahrscheinlich in diesem Schweigen mehr von einander wahrnehmen, als ihr euch mit vielen Worten sagen könntet. Dann versteht ihr euch still, weil ihr euch fühlt.

Aber der gleiche Spruch ist völliger Quatsch, sobald eine Sprechblockade die Ursache für das Still-Sein ist. Die von der Blockade erzwungene Sprachlosigkeit können andere Menschen nicht verstehen – und es ist völlig egal, wie empathisch sie sind und wie sehr sie hinspüren möchten.

Denn in einer mutistischen Blockade bist du nicht einfach nur “still”. Du bist “weg”.

In der Sprechblockade sind nicht nur die Worte weg

Die Sprechblockade betrifft alle Elemente von Kommunikation, also

  1. verbale Informationen
  2. vokale Informationen
  3. nonverbale Informationen
  4. “spürbare” Informationen

1. Verbale Information

“Verbal” kommt vom lateinischen “verbum” – und das bedeutet “Wort” oder “Ausspruch”.

Verbale Informationen sind also die Worte oder (noch genauer gesagt) das, was ausgesprochen wird.

Diese Worte haben eine Bedeutung. Und die Bedeutung, die jedes einzelne Wort für dich hat, hast du gelernt, als du das Sprechen gelernt hast. Das werden auf Deutsch so ungefähr 10.000 Wörter oder auch mehr sein. (Fremdsprachen, die du beherrschst, kommen noch dazu…)

Wörter in einer Sprache, die du nicht kennst, sind auch Informationen. Sie sind aber für dich nicht mit der zugehörigen Bedeutung verbunden. Und daher bringen dich diese verbalen Informationen nicht weiter.

Für die Kommunikation ist es immens hilfreich, wenn die, die sich miteinander unterhalten wollen, viele Worte verwenden UND den Wörtern die gleiche Bedeutung geben. Wenn nicht, gibt’s bestenfalls Missverständnisse – oder gar keinen verbalen Austausch.

In einer Sprechblockade sagst du kein Wort (oder nur wenige, die nicht viel preisgeben). Somit gibt’s keine verbalen Informationen für dein Gegenüber.

2. Vokale Information

“Vokal” kommt von lateinisch “vox”. Und das heißt “Stimme” oder auch “Klang”. Wenn du also nichts sagst, dann klingt da auch nichts. Keine vokalen Informationen für dein Gegenüber…

Vokale Informationen sind die, die du über die Melodie, die Lautstärke, die Geschwindigkeit, die Vibration in der Sprache bekommst – und zwar sogar dann, wenn du von dem, was gesprochen wird, kein Wort verstehst.

Zum Ausprobieren: Such dir ein beliebiges Video im Internet, das in einer Sprache ist, die dir völlig unbekannt ist. Und dann achte darauf, was du über die Stimme und den Tonfall und den Klang des Gesprochenen wahrnimmst.

3. Nonverbale Information

“Nonverbal” ist das Gegenteil von “verbal” – und es heißt schlicht “ohne Worte”.

Alles, was du wahrnehmen kannst, wenn der Ton aus ist, ist nonverbal. Dazu gehört die Körperhaltung und alles was die Hände machen (Gestik) und alles, was das Gesicht macht (Mimik). Aber auch subtilere sichtbare Informationen wie Atmung, Hautfärbung (wie rote Ohren oder blasse Augenpartie), Muskelspannung, Zittern, etc. sind nonverbale Zeichen.

Solange es etwas zu hören gibt, kriegst du die “wortlose Sprache” in der Regel nur im Unbewussten mit. Das heißt aber nicht, dass sie keine Rolle spielt. Im Gegenteil…

Wenn du über sympathisch/unsympathisch entscheidest, ist der unbewusst wahrgenommene nonverbale Ausdruck wesentlich wichtiger als die Worte.

Wenn Menschen über “glaub ich” oder “glaub ich nicht” nachdenken, gehen die allermeisten nicht nach dem Gesprochenen, sondern nach den nicht gesagten Ausdrucksweisen.

Ausprobieren?
Such dir ein beliebiges Video im Internet und mach den Ton aus. (Ich mag Talk-Shows ganz gern für diese Übung – am liebsten welche mit Politikern…)

Bei der Beschreibung von Menschen, die in einer Blockade stecken, ist meist vom „Erstarrt-Sein“ die Rede. Dein Körper drückt dann in allen möglichen Arten aus, dass er nichts sagen will. Und daher kann dein Gegenüber mit der nonverbalen Information nichts anfangen.

4. “Spürbare” Information

Es ist noch nicht lang her, als man sich einig darüber war, dass Kommunikation aus verbalen, vokalen und nonverbalen Informationen besteht – und nichts weiter.

Menschen, die “über’s Gefühl kommunizieren” wurden belächelt und nicht ernst genommen. Klingt ja auch mächtig esoterisch, wenn jemand sagt: “Ich spür’ da so ‘ne Schwingung zwischen uns…”

Dann wurde immer mehr mit Geräten in die Gehirne geschaut und es wurde natürlich auch untersucht, was im Hirn-Scanner während der Kommunikation zu beobachten ist.

Bei Untersuchungen mit Affen wurde festgestellt, dass ein Affengehirn in einem bestimmten Hirnbereich immer die gleiche Aktivität zeigt, egal der Affe selbst eine bestimmte Tätigkeit macht und ob er einem anderen Affen dabei zuschaut. Daraus entstand die Erkenntnis, dass so ein Primaten-Gehirn mit einem anderen Primaten-Wesen mitfühlen kann.

Und weil wir Menschen auch nichts anderes als Primaten sind, war die Schlussfolgerung, dass auch wir über die sogenannten Spiegelneuronen (so nennt man die “mitfühlenden” Nervenzellen in unseren Gehirnen) mit anderen Menschen-Wesen mitfühlen können. Die Gehirn-Scanner-Untersuchungen haben dafür mittlerweile mehr als genug Beweise geliefert.

Für mutistische Blockaden gibt’s – so weit ich weiß – keine Gehirn-Scanner-Aufnahmen. Dabei wären die vermutlich ziemlich interessant…

Kommunikation auf allen Kanälen

Am leichtesten fällt der Kontakt, wenn alle Elemente der Informationsübermittlung gleichzeitig vorhanden sind.

Logisch.

Wenn sowohl Worte als auch Klang als auch Verhalten sowie Mitfühlen als Quellen zur Verfügung stehen, sind beide Kommunikations-Partner mit Informationen bestens versorgt.

Daher solltest du in wichtigen Momenten das direkte, persönliche Gespräch jeder anderen Kommunikations-Option vorziehen – und alle verfügbaren Signale einbeziehen.

Sobald Teilbereiche nicht zur Verfügung stehen, wird es mühsamer. (Und je nach bevorzugtem Informationskanal kann es durchaus sein, dass du dann echte Schwierigkeiten hast, dich verständlich zu machen oder andere zu verstehen).

Wenn du am Telefon ohne nonverbale Informationen auskommen musst, dann kommst du vermutlich trotzdem klar, solange du ein Gefühl für den Gesprächspartner hast und die Worte samt den zugehörigen Tönen nachvollziehen kannst.

Wenn du beim schriftlichen Austausch auch auf verbale Signale verzichten musst, geht das zumeist noch halbwegs gut. Denn beim Lesen ergänzt du wahrscheinlich im Kopf den Klang der Worte und du gibst dem “Sprecher” eine Stimme.

Wenn schließlich noch die verbalen Infos (also die Wörter) ausbleiben , wird es schwierig – und dann bist du ganz vom “Gefühl für den Anderen” abhängig, um dennoch den Kontakt zu halten.
Das kann klappen… Oder auch nicht.

Blockade heißt: Da ist KEINE Kommunikation

Ein Mensch, der in einer mutistischen Blockade ist, “schweigt” auf allen vier Kanälen:

  • Keine oder nur minimale verbale Informationen
    Kein Wort. Nichts.
    Oder ein paar Geräusche, die für niemanden zu verstehen sind.
    Maximal ein paar Silben, ein “Ja”, ein “Nein” oder ein “Weiß nicht”.
    Verglichen mit der allgemein üblichen verbalen Ausdrucksweise sind die Möglichkeiten in der mutistischen Blockade gleich null.
  • Keine vokalen Informationen
    Entweder, die Person sagt gar keinen Ton, oder sie drückt sich extremst kurz (“einsilbig”) und tonlos aus. Schwer zu beschreiben – man könnte sagen, dass jeglicher Klang komplett fehlt, selbst wenn die Stimme benutzt wird.
  • Keine normale nonverbale Information
    Mimik und Gestik werden in jedem Kontakt als selbstverständlich vorausgesetzt. Schließlich steuern wir sie zumeist gar nicht bewusst. Sie ist einfach immer da – aber während der mutistischen Blockade ist nur eine unnatürliche Leere bzw. Starre zu beobachten.
    Der Blick geht ins Leere, wirkt unfokussiert und hohl. An einen Blickkontakt, wie wir ihn sonst in der Kommunikation unwillkürlich suchen und finden, ist nicht zu denken.
    Die Körperhaltung ist entweder unbeteiligt oder abweisend – der Körper zeigt, dass Kommunikation jetzt keine Option ist.
    Selbst die Atmung und Muskelspannung, die uns permanent unbewusste Informationen darüber gibt, wie es dem Gegenüber gerade geht, ist “unlesbar” und passt nicht zur Situation.
  • Und auch die Spiegelneuronen scheinen unerreichbar
    Während eine Person in der mutistischen Blockade ist, ist sie nicht in der gleichen Weise spürbar, wie sie es nicht blockierten Kontakt wäre. Es gibt nicht diesen “Draht” zueinander, bei dem sich Kommunikationspartner gegenseitig spüren und verstehen können. Das ist schwer zu beschreiben, weil wir für dieses “auf gleicher Wellenlänge schwingen” und “die Emotionen auf dem Radar haben” zu wenig passende Worte haben.
    Jedenfalls ist jemand in einer Kommunikationsblockade auch für diese gefühlte Beziehung, die auf geteilten Emotionen beruht, nicht erreichbar.
    Es fühlt sich an, als ob da niemand wäre…

Wie andere Menschen mit dieser Nicht-Kommunikation umgehen

Menschen kommen nicht gut damit zurecht, dass im Kontakt alle Kommunikations-Kanäle “aus” sind. So etwas ist uns extrem fremd und wirkt daher sehr verunsichernd oder sogar beängstigend.

Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich:

  1. Du wirst übersehen.
    Andere Menschen nehmen dich nicht wahr. Sie sehen dich nicht, sie hören dich nicht und sie haben kein Gefühl dafür, dass du im Raum bist.
    Das ist keine böse Absicht und auch keine bewusste Entscheidung.
    Das Gehirn spielt ihnen einen Streich, weil es die üblichen Kommunikations-Anreize überhaupt nicht entdecken kann und daher deine Anwesenheit nicht zur Kenntnis nimmt – das passiert komplett unbewusst und ist daher für diese Menschen genauso wenig zu beeinflussen wie deine Kommunikationsblockade es für dich ist.
  2. Menschen fühlen sich von deinem ungewöhnlichen Verhalten verunsichert bis ängstlich. Sie gehen dir aus dem Weg.
    Nicht jeder Mensch kommt damit klar, dass die “normalen Kommunikationssignale” bei dir komplett fehlen. Es gibt eine Menge Menschen, die darauf mit großer Unsicherheit reagieren. Und es gibt auch einige, die Angst bekommen, weil sie eine solch ungewöhnliche Situation überhaupt nicht einschätzen können.
    Möglicherweise gehen dir diese Personen aus dem Weg, weil sie nicht wissen, wie sie anders damit umgehen sollen. Sie haben ja keine Ahnung davon, was mit dir los ist. Dass das ein Ausdruck deiner Sprechblockade ist, ist ihnen wahrscheinlich überhaupt nicht klar – und daher beziehen sie das, was sie bei dir wahrnehmen, auf sich selbst.
  3. Sie versuchen, dich zu normalen Reaktionen zu “motivieren”.
    Wir haben die halb-bewusste Idee, dass unnahbare Menschen “normaler” reagieren, sobald sie emotionaler werden. Und bei Menschen, die sich zurückhalten, aber keine Blockade haben, ist das auch so: Je engagierter oder ärgerlicher oder betroffener sie sich fühlen, desto besser kann man ihre Gefühle “lesen”.
    Da du in der Blockade für alle Anderen komplett “unlesbar” bist, versuchen sie also, dich – ohne dass sie bewusst darüber nachgedacht haben – emotionaler zu machen…
    Sie provozieren dich. Sie ärgern dich. Sie machen dich lächerlich. Sie fordern deine Ängste heraus… Aber du – du reagierst darauf immer gleichbleibend, nämlich gar nicht. Und daher machen sie immer mehr, um dich endlich “aus der Reserve zu locken”.
    Sie wollten dich ursprünglich nicht mobben. Sie wollten eigentlich nur spüren, dass du emotional reagierst. Leider bekommt das schnell eine Eigendynamik, die unweigerlich im Mobbing endet.

Die Anderen reagieren auf dich so wie du bist

Wenn Andere dich in einer Blockade erleben, dann reagieren sie – unwillkürlich – auf das, was sie wahrnehmen. Sie haben gar keine andere Möglichkeit, weil ihr Kommunikations-Verhalten weitestgehend unbewusst gesteuert wird. Erst wenn sie nachher jemand fragen würde, warum sie sich so verhalten, wie sie sich immer verhalten, (er-)finden sie eine Begründung dafür.

Menschen, die ohne Kommunikations-Probleme aufgewachsen sind, machen sich kaum jemals Gedanken über Kommunikation. Und wenn sie doch nachdenken, dann setzen sie voraus, dass alle anderen genau so denken und funktionieren wie sie selbst. Daher sagen sie auch oft Dinge wie: “Mach’s doch einfach so wie ich das immer mache. Bei mir funktioniert das doch auch…”

Tja. In einer Sprechblockade ist das eben nicht so. Da ist alles das, was sonst die Kommunikation zum Funktionieren bringt, nicht vorhanden. Oder ganz anders als normal.

Das ist nicht deine Schuld. Du kannst die Blockade ja nicht verhindern. Sie kommt unwillkürlich, obwohl du das nicht willst.

Das ist auch nicht die Schuld der anderen. Die können weder deine Blockade verhindern, noch können sie ihre Reaktion ändern. Sie kommt unwillkürlich, obwohl sie es nicht wollen.

Und was nun?

Die gute Nachricht ist: Das Kommunikations-Problem löst sich, sobald du nicht mehr in die Kommunikations-Blockade gerätst.

Es ist allerdings ziemlich schwierig, alleine aus den Blockaden herauszufinden. (Mal ehrlich: Wenn du wüsstest, wie das geht, hättest du schon seit Ewigkeiten keine Blockaden mehr, oder?)

Mit einem Begleiter, der dich dabei unterstützt und mit dir gemeinsam den Überblick behält, ist es deutlich leichter. Und nachdem du den ersten Schritt gemacht hast, um dir Hilfe zu holen, wird es immer einfacher, neue erste Schritte zu machen. Versprochen.

Wenn dann die Blockaden seltener werden und du immer leichter in Kontakt kommst, kannst du jede Menge Experimente mit den verschiedenen Kommunikations-Ebenen machen.

 

 

Ich wünsche dir, dass der Spruch in einer kleinen Abwandlung in Zukunft ganz ohne Einschränkungen für dich gilt:

Falls du dich entscheidest, zwischendurch mal still zu werden, können dich die Menschen fühlen, die dich verstehen möchten.

 

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine
Christine

 

PS:
Erzähl mir von den Gedanken, die du dir jetzt gerade über “Still-sein” und “Weg-sein” machst.
Lass mir einen Kommentar da.
Gleich hier drunter… 🙂

 

Findest du auch, dass es noch zu wenig Verständnis für Mutismus gibt?

Die neue Studie der Universitäten Zürich und Würzburg hat zum Ziel, daran etwas zu ändern.
Und alle von Mutismus betroffenen Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern können dazu beitragen und die Forschung aktiv unterstützen.

Was du dazu tun musst:

  1. Fordere per E-Mail die Fragebögen bei der Uni Zürich an.
    Die E-Mail-Adresse ist mut.ist.muss@kjpd.uzh.ch
    Gib in deiner Mail unbedingt deine Post-Adresse an, denn…
  2. Du bekommst per Post die Fragebögen zugeschickt.
  3. Du nimmst dir als Elternteil mit deinem Kind ein wenig Zeit und beantwortest in aller Ruhe die Fragen.
  4. Dann steckst du die Fragebögen in den Rückumschlag und bringst den zur Post.
    (Das Porto zahlt natürlich die Uni.)

Ich freue mich riesig, wenn durch deine Mitwirkung an der Studie klarer wird, was Mutismus ist und wie wir damit umgehen sollten.

Infos zur Studie (PDF)

 

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Beim Lesen Deiner Worte fiel mir ein, dass so oft schon Menschen mir vorgeworfen haben, sie könnten mich nicht fühlen und sich deshalb nicht in mich einfühlen. Meine Sprache ist, je angespannter umso mehr, recht tonlos bis hölzern, gepresst. So bleibt fast nur die verbale Botschaft übrig und diese ist fast wie „draufgesetzt“. Draufgesetzt auf die Blockade. Es ist auch für mich selber dann so, als würde da nur eine Hülle reden, die innen hohl ist. Je nach „Schule“ wurde dieser Zustand auch schon als Als-ob-Ich bezeichnet. So „fühlt“ es sich auch an bzw. für mich und andere ist da gefühlt nichts mehr außer dieser Starre und dieser Blockade. Es ist, als ob ein unlebendiger Stock dann eine verbale Botschaft nach außen transportiert. Ich rede „so“ und in diesem Zustand auch nicht gerne, weil ich mich selber als so unecht erlebe und dies anderen nicht zumuten möchte. Denke, sie haben einen Menschen verdient und keine Roboteransage. Aber manchmal ist die Robotersprache eben die einzige Möglichkeit, um den Erwartungen zu entsprechen und überhaupt zu kommunizieren. Nur Menschen, bei denen ich entspannt und gelöst sein kann, können mich fühlen und sich in mich einfühlen und dort bin ich dann auch eher „in mir“ und hocke nicht so äußerlich auf dieser Hülle drauf.

  2. Ich mochte das auch überhaupt nicht – und ich kann deinen Vergleich mit einem Sprachroboter sehr gut nachvollziehen.
    Aber sieh es mal so: In vielen Situationen ist eine Roboteransage erheblich besser als gar keine Information. (Denk nur an Siri und Alexa…) Ich bezeichne das als „funktionales Sprechen“ – es erfüllt seinen Zweck.
    Außerdem ist es ein Zwischenschritt auf dem Weg raus aus den Blockaden. Denn wenn du mit Worten kommunizieren kannst, kannst du mit Kommunikationssituationen experimentieren und neue Erfahrungen sammeln.

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