Ein Ich-kann-mich-selbst-nicht-leiden-Tag

von Christine Winter

15.01.2015

Heute ist wieder einer von dieser Sorte Tage:
Ich weiß zwar nicht, was ich will. Aber ich weiß ganz genau, dass ich alles das, was ich gerade haben könnte, nicht will… 🙁

Und zu allem Überfluss sollte ich längst einen Blogartikel geschrieben haben – aber alle Themen, die mir einfallen, sind mir entweder zu langweilig oder zu kompliziert.

Das hier ist ganz eindeutig ein doofer Tag…

Ich könnt‘ mich einfach hängenlassen…

Manchmal nehme ich einen Tag wie den heutigen, um wirklich mal nach allen Regeln der Kunst durchzuhängen. Bis mittags im Schlafanzug auf der Couch lesen. Danach etwas essen, was nicht gesund ist, aber schnell geht und den Hunger vertreibt. Und wieder auf die Couch – DVDs kucken und dabei Schokolade futtern. Und abends bin ich immer noch im Schlafanzug – also bietet sich eine ausgiebige Buch-in-Badewanne-Stunde an, bevor ich mich ins Bett kuschle.

Was soll ich sagen: Ich finde das eine großartige Art, einen lustlosen Tag auf lustvolle Weise zu zelebrieren.
(Ich nehme mir aber nur sehr selten die Zeit dafür – eigentlich irgendwie schade…)

Ich möchte aber den Frust loswerden!

Und zwar rappzapp! Schließlich ist hier noch einiges zu tun, und das meiste davon macht sogar halbwegs Spaß, sobald ich erst einmal damit angefangen habe. Nur komme ich heute irgendwie nicht von Facebook und anderen Online-Ablenkungen los… Und mit jeder halben Stunde, die ich hier am Computer verblödle, wird mein Frust mächtiger.

Es müsste doch eine Art Sofort-Maßnahme gegen frustriertes vor dem Rechner Kauern geben…?

Stimmt. Gibt es. Nennt sich „State-Management“ oder „schnelle Zustandsveränderung“ – und ich habe es sogar mal gelernt.

Einen neuen Zustand, bitte.

Eine ganz simple Methode, um den Frust gegen bessere Laune zu tauschen, geht so:

  1. Ich spüre erst einmal nach, wie sich dieser „Frust“ eigentlich in meinem Körper so anfühlt. Wo spüre ich, dass ich frustriert bin? Und wie sitze ich eigentlich da?
    Na ja, ich bin nach vorne gebeugt und die Schultern hängen Richtung Schreibtisch, der Kopf hängt auch und wird von dem Arm abgestützt, der mit dem Ellbogen auf dem Schreibtisch abgestützt ist. Die andere Hand liegt auf der Mouse und klickt irgendwelchen Unfug im www an. Sogar die Mundwinkel hängen…
  2. Ich mache ganz bewusst die entgegengesetzten Bewegungen.
    Also gerade hinsetzen, den Kopf hochnehmen, die Arme nach oben recken (als ob ich gerade beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gewonnen hätte), dabei die Schultern nach hinten nehmen und ein breites (etwas dämliches, aber sieht ja keiner) Grinsen grimassieren.
    Das fühlt sich zwar ziemlich unecht an – aber definitiv energievoller als vorher.
  3. Dann kommt noch mehr Energie auf.
    Ich mache mir Musik an, und zwar Energie-Musik: Immer wieder gerne „Unchain my Heart“ von Joe Cocker oder “Jump” von Van Halen oder auch mal „Music“ von John Miles. Da kann ich gar nicht anders, als mich dazu zu bewegen und (mit mehr Lautstärke als Treffsicherheit) mitzusingen.
    Es wird nicht immer ein Tanz – manchmal reicht es nur zum im Takt schnippsen oder mit der Hüfte zucken. Aber meine Stimmung ist hinterher eine andere als vorher – definitiv.
  4. Und jetzt gezielt die „richtige“ Stimmung, bitteschön.
    Ich brauche jetzt eine kreative Stimmung, einen kräftigen Schuss gute Laune und echte Lust auf‘s Schreiben. Und das ist nun wirklich nicht schwierig: Ich tue einfach so, als wäre sie bereits da.
    Ich setze mich also wieder an den Schreibtisch – nach der kleinen Tanz- und Gesangseinlage viel lockerer und aufrechter als vorher – und tue so, als wäre ich ganz wild darauf, einen kreativen Blogartikel zu schreiben. Während ich so tue, als ob ich total kreativ wäre, kommt mir eine erste Idee. Und während ich noch so tue, als ob ich vor mich hin grinsen würde, kommt die echte gute Laune. Und außerdem ein echt guter Gedanke für einen kleinen Blogartikel. *grins*

Ich bin dann mal weg.

Tschuldigung, Leute, ich muss jetzt meinen Artikel schreiben. Ihr könnt ja währenddessen mal überlegen, wie ihr jetzt sofort eure Laune schlagartig verbessern könntet…

Die Buch-in-Badewanne-Option halte ich mir für heute abend, nachdem der Blogartikel online ist, trotzdem offen. Man muss schließlich nicht unbedingt Frust haben, um sich eine ausgiebige Entspannungseinheit zu gönnen… 😉

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine

Christine

PS: Wenn du wirklich funktionierende Gute-Laune-Musik aus diesem Jahrtausend kennst, dann bin ich für jeden Tipp dankbar. Ich habe gerade festgestellt, dass meine CD-Sammlung schon ganz schön in die Jahre gekommen ist!

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  1. Danke, Sab, der Song funktioniert – der Rhythmus ist ausgesprochen gutelaunemachend!
    Nur mit dem Mitsingen tue ich mich noch schwer. Ich hatte das Lied noch nicht gekannt. Ich glaub‘, ich muss es gleich nochmal anhören… 😀

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