Du hast immer Erfolg

You must not lose faith in humanity.
Neu aufpoliert:
Dieser Artikel ist zuerst am 15.11.2015 erschienen.

Damals waren die Medien voll von Spekulationen und Informationen über die Terroranschläge von Paris.
Man hatte den Eindruck, die Welt wäre von einem Tag auf den anderen völlig verrückt geworden – und aus diesem Gefühl heraus haben sich damals viele Leute „mit Paris solidarisiert“ und ihre ganze Aufmerksamkeit darauf gerichtet, dass weltweit so viele erschreckende Dinge passieren.

Und damals dachte ich mir, dass wir der Welt viel mehr dienen, wenn wir uns über all das Gute in der Welt freuen.
Was hatte Paris davon, dass Millionen von Unbeteiligten mitgelitten haben?

Jetzt überschlagen sich die Medien wieder mit Mutmaßungen und Fakten über schreckliche Vorfälle – und wie vor acht Monaten frage ich mich wieder, ob ich mich mit all dem, was 40 Kilometer von hier in München oder 140 Kilometer weit weg in Ansbach, mit 240 Kilometern Entfernung in Würzburg oder 2.000 Kilometer von uns entfernt in der Türkei passiert ist, befassen muss…

Und ich entscheide: Nein. Ich will mein Leben ganz alltäglich führen und die Medienberichterstattung ignorieren. Ich will mich über alle die kleinen Kleinigkeiten freuen, die gerade hier, 0 Kilometer entfernt, meinen Tag schön machen. Ich mache mich nicht zum Opfer von Ereignissen, die nichts – absolut überhaupt nichts – mit meinem Leben zu tun haben.

Wichtiger noch: Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, weil es mir gut geht. Ich darf mich darüber freuen und ich feiere mein Leben – mit all dem Schönen, was es mir heute und jeden Tag bietet.

Das ist es, was ich für mein Leben möchte.

Du hast immer Erfolg.
Die Frage ist nur: Ist es der Erfolg, den du möchtest?

Angenommen, irgendwo in der Welt passiert etwas schlimmes – Tsunami, Flugzeugabsturz, Terroranschlag…

Und angenommen, du hörst davon in den Medien, siehst dramatische Bilder von Trümmern, von Einsatzkräften, von hilflosen Passanten und sterbenden Menschen, … Es macht dich betroffen, es macht dich traurig, es entsetzt dich und macht dir Angst. Und du hast das Bedürfnis, etwas zu tun – doch gleichzeitig weißt du: Da gibt es nichts, was du tun kannst… Es ist geschehen, ohne dass du es beeinflussen konntest. Und egal, wie schlimm es für die Betroffenen ist – du bist weit weg und kennst keinen von ihnen.

Dann fällt dir etwas ein, das du tun kannst: Du kannst es auf Facebook teilen.

Du kannst etwas tun. Gottseidank.

Du kannst dafür sorgen, dass deine Angst, dein Entsetzen, deine Hilflosigkeit und deine Traurigkeit möglichst viele Menschen erreicht. Du kannst das ganze Ausmaß des Schicksalsschlages ganz vielen Menschen ins Bewusstsein bringen – obwohl es eigentlich überhaupt nichts mit dir oder deinen Facebook-Freunden zu tun hat.

Und damit hast du Erfolg. Definitiv.

Wenn deine Absicht war, Angst und Hilflosigkeit, Entsetzen und Trauer zu verbreiten, dann hast du es erreicht.

Sabotage ist ganz einfach

Wenn du effektiv verhindern möchtest, dass sich jemand (einschließlich dir selbst) glücklich fühlt, brauchst du nur großzügig zu teilen. Es gibt genügend schlimme Geschichten in unserer Welt, und manche davon sind sogar wahr. Die Medien sind voll davon.

Glück ist auch ganz einfach. Eigentlich.

Was auf negative Weise funktioniert, sollte doch auch mit schönen, positiven Emotionen funktionieren.

Ich glaube, es funktioniert exakt nach dem gleichen Prinzip: Teile großzügig deine Freude, deinen Humor, deine positiven Erfahrungen, deinen Spaß am Leben…
Erzähle den Menschen von den kleinen und großen Wundern auf unserer Welt und von dem, was dich begeistert.

Dass die Menschen dann erst mal überrascht reagieren, ist normal. Sie haben verlernt, wie man sich verhält, wenn man von jemanden Freude geschenkt bekommt. Und man hat ihnen wohl als Kindern beigebracht, dass sie von Fremden nichts annehmen dürfen.

Glaub mir, mit der Zeit lernen sie es wieder. 🙂

Was ist der Erfolg, den du für die Welt um dich herum willst?

Was du tust, verändert deine Umgebung. Manchmal reicht es schon, dass du auf eine bestimmte Weise denkst – oder auch nur etwas für denkbar hältst -, damit sich etwas ändert.

Gut möglich, dass du das in den letzten Tagen mal erlebt hast…

Und nun kommt der nächste Schritt: Triff deine Entscheidung, wie du wirken möchtest. Und dann – verhalte dich danach.

Sei nicht zu ungeduldig. Es dauert eine Weile, bis du merkst, dass deine Entscheidung sich um dich herum auswirkt.
Obwohl… Manchmal passieren ganz unmittelbar merk-würdige Zufälle.

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine
Christine

 

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Guten Morgen 🙂 Ja, positive Gedanken. Ich hatte gestern schon Deine Nachricht gelesen, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Um es kurz zu machen (mir fällt so vieles noch ein zur aktuellen Situation) : Ich habe nach einem ermutigenden Zitat gesucht, dass für mich alles beinhaltet – das bei mir bleiben, aber auch das Gedenken an andere und habe mich für folgendes entschieden: „Je tiefer die Dunkelheit, umso entscheidender ist es, dass wir unser Leben wie die Sonne strahlen lassen und die uns umgehende Dunkelheit strahlend erhellen.“ (Daisaku Ikeda). Mir ist gestern klar geworden, dass mein Hauptauftrag auf dieser Erde ist, im Licht zu bleiben. Und wenn negative Medienberichterstattung mich überflutet: Im LICHT bleiben, durchatmen, runterkommen, traurig sein, zurück ins Licht gehen, mich erinnern, dass wir alle verbunden sind. Mein „im Licht bleiben (wollen)“ ermutigt vielleicht andere, dass gleiche zu tun. So wie du uns jetzt ermutigst uns einzuladen zu unseren Träumen zurückzukehren mit einer Tasse Kaffee, eingekuschelt in eine Decke, dem Regen zuhören, der gerade an meine Fensterscheibe prasselt. Da fällt mir doch auch Goethe ein „Es werde Licht!“ Uns allen einen Tag im Licht, im Wunder unseres Lebens, alles Liebe Maike

    • Wenn jede von uns mit ihrem Leben ab und an für einen kleinen Moment einem Menschen mehr Licht geben kann, ändern wir damit die Welt. Vielen Dank für deine Gedanken und das passende Zitat, Maike.
      Ganz oft fühlt es sich wie eine Selbstverständlichkeit an, wenn wir jemandem ein kleines Strahlen von uns geben – dabei ist es eine ungeheuer wertvolle kzE.

  2. Liebe Christine, du hast du recht mit dem Text. Ich bin oft mehr betroffen über die Panikmache als über die Nachrichten.
    Sieht denn keiner was da passiert?
    Am wichtigsten ist es doch in der Liebe zu bleiben!

    Mein Erfolg ist noch nicht so ganz mein Erfolg, aber ich arbeite daran. Das Ziel stimmt, die Richtung stimmt und was ich von der Zeit investiere, die ich frei verfügen kann, stimmt auch.
    Also ab auf die Couch und den Erfolg genossen!

    Alles liebe für euch alle!
    Karin

  3. Gestern Abend, wir saßen mit Freunden zusammen und das Gespräch kam auf das Interview von Markus Lanz mit Guido Westerwelle aus der Talkshow vom Donnerstag und dann auf die Frage: warum ist das eigentlich so, dass einem immer erst etwas richtig Schlimmes passieren muss, um so etwas „Einfaches“ wie einen Sonnenaufgang wirklich schätzen zu lernen?
    Und ich dachte: nein, ist nicht so. (Und Du weißt, liebe Christine, dass wir beide bzw. grundsätzlich eher ich dieses Thema im Sommer schon mal hatten).
    Mein Erfolg: jeder einzelne Moment, an dem ich Freude ge- und erlebt habe, weil ich auf mich und auf mein „Bauchgefühl“ ( 😉 ) gehört habe. Und nicht auf die anderen, egal ob die gemeint sind, die auf Facebook schlechte Nachrichten verbreiten oder die, die was auch immer für einen Einfluss auf mich haben. Ich glaube, es gelingt mir immer besser. Und auch diese Aktion hat wieder einen kleinen Teil dazu beigetragen. Darüber freue ich mich. Und ich freue mich auch, dass wir hier, die sich untereinander eigentlich gar nicht kennen, dadurch die Möglichkeit haben, „gemeinsam“ eine Tasse Tee zu trinken und so eine kleine (gedankliche) Verbindung miteinander einzugehen. Eine schöne Idee, oder?
    Ich habe ja im Moment ein Faible für Sweet Chai-Tee mit Milch und Zimt und einem Löffelchen Honig. Und Ihr so? 🙂
    Genießt es, heute ist doch perfektes Tee-Wetter. Ich denke an Euch!
    Alles Liebe!!

    • Ich finde es auch schön, wenn wir hier zusammen auf dem Komfortzonen-Sofa sitzen. Für Gewürztee ist es hier in Oberbayern allerdings auch heute wieder viel zu frühlingshaft – wir hatten einen weiteren strahlend-sonnigen Tag mit 16 Grad…
      Aber ich setze mich gemütlich mit einem Haferl Lemongrass-Zitrone-Tee dazu. 🙂

  4. Ich versuche Nachrichten auch weitgehend von mir fernzuhalten… Gestern hatte ich einen wundervollen Tag (der natürlich irgendwie von den Ereignissen in Paris überschattet war – aber trotzdem…) – ich war bei einem Fotoshooting, das ich schon länger gebucht hatte und dabei ist ein wunderschönes Portraitfoto entstanden! – Ich bin ja total der Fotomuffel und wenn ich dann auch noch nett Lächeln soll, dann wird mein Mund zu einer komischen Grimasse… Dieses Fotoshooting – nennt sich „Princess for one day“ – kann ich aber jeder Frau nur wärmstens empfehlen! Es entstehen wirklich einzigartige Fotos, auf der jede einzelne Frau strahlt! Wer auch so eine Fotophobie hat und trotzdem mal ein garantiert wunderschönes Foto haben möchte, sollte dies unbedingt ausprobieren!!
    Auf jeden Fall wollte ich dann am Abend natürlich mein tolles Foto auf Facebook teilen und ich habe lange gehadert, ob ich es wirklich tun soll – weil ja alle ihr Profilbild mit der französischen Flagge bedeckten… Viele Fragen tauchten auf… Kann ich da so ein strahlendes Foto hochladen, wenn doch alle anderen Trauer zeigen?? Obwohl ich ein sehr mitfühlender Mensch bin, habe ich mich nach langem Hin- und Her dafür entschieden, es dennoch hochzuladen, denn schließlich hatte ich trotz allem nun einmal diesen schönen Tag erleben dürfen und dafür bin ich sehr dankbar!!

    • Ich empfinde es als sehr befremdlich, dass alle völlig unreflektiert die Tricolore über ihr Profilbild legen. Ausdruck von Trauer???

      Mal ein anderer Aspekt dazu: Welchen Zweck verfolgen Terroristen mit einem Attentat? Sie wollen, wenn ich das richtig verstehe, durch größtmögliches Leid von möglichst vielen Menschen auf ihre „politische Botschaft“ aufmerksam machen.
      Welchen Sinn macht es, als Facebook-Nutzer mittels eines National-Symbols Betroffenheit zu signalisieren? Das hilft niemandem, aber es gibt dem Terror enorme Aufmerksamkeit – und alle leiden mit…

      Du hattest einen wundervollen Tag. Du hast ein tolles Foto davon. Du hast dir erlaubt, es zu zeigen. Und damit hast du ein Zeichen gegen Terror gesetzt.
      (Auch wenn das die Facebook-Lemminge vielleicht nicht alle verstehen.)

  5. Wenn wir uns alle von der Trauer und der Angst anstecken lassen, dann haben die Terroristen ihr Ziel erreicht.
    Und dann noch ein Satz, der, wie ich finde, ganz gut zum Gesagten passt:
    „Sei du selber die Veränderung, die du in der Welt sehen willst“ (Mahatma Gandhi)

    • In mir regt sich mittlerweile eine angenehme Wut sowohl gegen Terroristen als auch gegen Betroffenheits-Aktivisten. Angenehm deshalb, weil sie mir Energie gibt, meine Meinung rauszuhauen, auch wenn ich damit ziemlich alleine dastehe…

      Veränderung fängt da an, wo wir wirklich etwas bewirken können. Also mittendrin in unserer jeweiligen Komfortzone, mit den Möglichkeiten, die uns leicht fallen.

      Und noch ein Satz von Mahatma Gandhi:
      “You must not lose faith in humanity. Humanity is an ocean; if a few drops of the ocean are dirty, the ocean does not become dirty.”

  6. Dieser Beitrag von Thomas Hübl hat mir gestern geholfen, mich mit mir und der Welt neu zu orientieren. Ich konnte mich an einigen Stellen sehr gut verbinden und an anderen konnte ich davon provitieren, dass Thomas Hübel Erfahrungen gesammelt hat in einem weltweiten Netzwerk, die mich miteinbeziehen, ohne dabei zu sein. Und ich bin ein Teil davon.
    Dadurch fühle ich mich unterstützt und verbunden.

    Thomas Hübl ist Begründer der Academy of InnerScience, einem Forschungsraum für moderne Mystik, aus der heraus Gesellschaft und Kultur aktiv gestaltet werden. Ziel ist, die Weisheit der inneren Welt mit dem Wissen der äußeren Welt zu verbinden. Als Initiator des Celebrate Life Festivals, einem Non-Profit-Event, unterstützt er Menschen in ihrem Prozess zu mehr Bewusstheit.

    http://www.karmakonsum.de/2015/11/03/video-transformation-der-wirtschaft-karmakonsum-konferenz-2013/

    Danke auch für die klaren Worte von dir, Christina an diesem Tag und hier an dieser Stelle.
    Ich verstehe dich so, dass es dir wichtig ist, das in die Welt zu tragen, was dich leben läßt und daran festzuhalten, auch wenn äußere Umstände anders zu sein scheinen.

    • Na ja, Recht haben finde ich zwar grundsätzlich toll, aber in diesem speziellen Fall ist es mir nicht so wichtig. 🙂

      Ich wünsche dir extraviel Glück. Dann kannst du weiterverschenken, was dir selbst zu viel ist. 😉

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