Jetzt durchstarten – das Jahr geht in die letzte Runde!

Jetzt durchstartenEs geht wieder los. 🙂

Nun sind zu guter Letzt auch hier bei uns in Bayern die Sommerferien vorbei – und es fühlt sich an, als stünden alle in den Startlöchern für die „Alle-Jahre-Wieder-Jahresabschluss-Rallye“.

Von den Sommer- bis zu den Weihnachtsferien ist der Terminkalender gefühlt am dichtesten vollgepackt. Oder die Zeit ist einfach zu kurz für die vielen Sachen, die heuer noch geschafft werden müssen…

Kann gut sein, dass du im Urlaub ganz entspannt in den Tag hineingelebt hast – und dass dir unterdessen eingefallen ist, was du heuer noch alles machen solltest. Oder aber du bist nach dem Urlaub ganz abrupt wieder auf die tausendunddrölf ToDos gestoßen, die in deinem Job nur darauf gewartet haben, bis du wieder da bist.

Zeit für einen Neustart zum Jahresende – in drei Schritten.

Treppe

Los geht’s mit der Frage, die eigentlich immer übersehen wird…

Wo stehe ich?

1. Alles muss raus!

Du hast den Kopf eh schon so voll – und jetzt sollst du dir noch dazu überlegen, wo du gerade stehst…? Das ist zuviel verlangt.
Es klappt nicht, den Überblick zu kriegen, wenn du an alle Details gleichzeitig denken musst.

Die Lösung ist simpel. Hol alles raus aus dem Kopf, was da gerade herumschwirrt.

Schreibe es auf ein Blatt Papier, dann musst du es dir nicht mehr merken.

  • Nimm ein leeres Blatt Papier. Am besten unliniertes Druckerpapier.
  • Schreib oben drüber: „Gedanken-Parkplatz“.
  • Nimm dir einen Timer (z. B. den vom Smartphone oder einen Küchenwecker) und stelle ihn auf fünf Minuten.
  • Und dann schreibe genau fünf Minuten lang kreuz und quer alles auf, was dir zu folgenden Punkten einfällt:
    • Ich muss…
    • Ich sollte dringend…
    • Ich darf auf keinen Fall…
    • …darf auf unter keinen Umständen passieren.
    • Was, wenn … schiefgeht?
    • Was, wenn ich … vergesse?
    • Was, wenn … passiert?

Wenn der Gedankenfluss aufhört, bevor die Zeit um ist, lies einfach nochmal nach, was du schon geschrieben hast. Und weiter geht‘s…
Egal wie groß oder klein der Gedanke ist: Raus damit!

Und dann kannst du den Timer wieder wegpacken und in dem Tempo weitermachen, in dem es für dich passt.
Vielleicht möchtest du ja auch den Zettel erst mal ein paar Minuten liegen lassen…

2. Nichts zu machen.

Nachdem du ziemlich viel aus dem Kopf auf den Zettel gebracht hast, darfst du erst mal für einige Momente genießen, dass deine Gedanken ziemlich ruhig geworden sind, nachdem sie sehen, dass alles notiert ist.

Dann nimmst du deinen Stift wieder zur Hand und streichst alle Gedanken auf dem Zettel durch, die in folgende zwei Kategorien passen:

  • Ich kann daran nichts ändern.
  • Ich kann im Moment noch nichts tun.

Alle Gedanken, für die du nicht zuständig bist, kannst du streichen.
(Auch, wenn sie dir enorm wichtig erscheinen – wenn du nichts tun kannst, kannst du sie durchstreichen: Die politische Lage, die weltweiten Naturkatastrophen, den Stau in dem du jeden Morgen stehst, die Laune deines Chefs, … – durchstreichen).

Wenn du vielleicht irgendwann, aber definitiv nicht jetzt, etwas ändern kannst, kannst du die Gedanken ebenfalls streichen. Egal, ob „keine Zeit“, „keine Energie dafür“ oder „ist eigentlich überhaupt nicht so wichtig“ – durchstreichen! 🙂
Keine Sorge – sie werden wieder da sein, wenn die Zeit dafür passt. Bis dahin brauchst du sie nicht im Kopf zu behalten.

3. Nur geträumt?

Die Punkte, die jetzt noch auf dem Zettel stehen, befragst du nochmal:

  • Ist das ein Teil meiner Realität? (Kreise den Gedanken ein.)
  • Ist das ein Teil meiner Träume? (Male eine Wolke rund um den Gedanken.)
  • Und falls ein Gedanke weder real noch geträumt ist – was ist er dann?

Wichtig: Es gibt keine besseren oder schlechteren Gedanken. Träume und Realität zeigen dir gleichermaßen, wo du stehst.

4. Was ist wirklich, WIRKLICH wichtig?

Das ist eine Frage, die dir jetzt vielleicht seltsam vorkommt. Schließlich sind die wichtigen Sachen schon eingekringelt und die wesentlichen Träume „eingewolkt“.

Jetzt geht‘s um etwas anderes:
Was ist dir an den Sachen, die da auf dem Zettel stehen wichtig? Welches Bedürfnis, welcher Wunsch steckt dahinter?

Geht es dir bei vielen von den notierten Gedanken um Sicherheit? Oder um Freiheit? Hast du eher Sorgen, oder sind es eher Pläne? Liegt dir bei dem, was deine Gedanken kreisen lässt, an Perfektion – oder sind es ganz viele kreative Ideen? Undsoweiter…

Welche Richtung haben deine Gedanken, wenn du sie mal alle im Überblick siehst?

Falls dir mehrere Aspekte auffallen: Schreib sie alle auf dein Blatt.
Und wenn‘s nur ein ganz wichtiger Wert ist, der deine Gedanken verbindet: Schreib ihn auf.

Wo du stehst…

Nun hast du einen Überblick, wo du stehst. Natürlich gilt das nur für jetzt gerade – und daher kannst du jederzeit in den nächsten Tagen wieder deine kreisenden Gedanken auf ein leeres Blatt Papier schreiben – und dadurch einen „Gedanken-Parkplatz“ schaffen, in dem das Gehirn mal Pause machen kann.

Den nächsten Schritt gibt es dann im zweiten Teil.

Bis dahin,
sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine
Christine

 

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oh, dieser Post kommt gerade zur rechten Zeit. Ich versuche seit Montag( da hat bei uns die Schule wieder angefangen) in einen Rhythmus zu kommen und je weniger ich es schaffe, desto mehr Druck einerseits und Blockaden andererseits bauen sich auf.
    Danke für die Anregung. Werd ich gleich mal ausprobieren.

    • Dann sollte ich wohl mal zusehen, dass ich Teil 2 fertig kriege. Denn nach dem „Wissen wo man steht“ geht’s weiter mit der Frage, wo es von da aus hingehen soll.
      Am Montag abend gibt’s den zweiten Teil, am Donnerstag voraussichtlich den dritten. 🙂

      • Die 5 Minuten haben überhaupt nicht ausgereicht, um alle „muss“ aufs Papier zu bringen. Da, wo es um Sicherheit ging, musste ich sie streichen, weil ich sie nicht beeinflussen kann, alle anderen sind schon irgendwie hausgemacht, waren ursprünglich mal kreative Ideen, von denen ich mich jetzt aber unter Druck setzen lasse.
        Mal sehn, was du am Montag als Nächstes vorschlägst.

        • Kann es sein, dass du beim Streichen die ganzen Punkte vorsichtshalber lieber nicht durchgestrichen hast, die jetzt NOCH nicht dran sind, Claudia? 😉

          Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Liste ausreichend übersichtlich wird, wenn du wirklich konsequent alles, was jetzt nicht dran ist – weil du dafür keine Zeit hast! – wegstreichst.

          Für die Übersicht an jedem einzelnen Tag finde ich die 1-3-5-Liste toll:
          1 Hauptaufgabe bzw. ein größeres Ziel als Thema für den Tag;
          3 wirklich wichtige Dinge (die vielleicht sogar zum Tagesthema gehören);
          5 Kleinigkeiten, die du nebenbei oder zwischendurch auch noch erledigen kannst.

          Alles, was sonst noch auf deiner Ideen-Liste steht, ist für einen anderen Tag. 🙂

          • Hm,
            ich hab ja Zeit genug! Es fehlt an Energie oder Struktur oder beidem
            Wenn ich immer nur das Allerwichtigste erledige, dann komme ich zu einigen Dingen niemals – und das sind dann die, von denen man sagt “ Viele Wenig geben ein Viel“, gerade die, bei denen man nur auf lange Sicht bemerkt, ob man sie regelmäßig tut oder nicht.

  2. Wenn die Energie nicht für alles reicht, dann kann (meiner Ansicht nach) auch nicht alles jetzt dran sein. Und dann darfst du alles von der Liste streichen, was im Moment noch nicht erledigt wird. Es wird dir wieder einfallen, wenn du die Energie dafür hast. Garantiert!
    Falls es aber deine Motivation erhöht, eine ganz lange Liste zu haben, dann sind viele kleine oder kleinste Einheiten, die hinterher ein wunderbar großes Ganzes ergeben, goldrichtig. 🙂

    Du hast die Wahl, wie du’s machst.
    Sei du selbst, lass die anderen anders sein…

  3. Da haben sich unsere Antworten überschnitten.
    Hm, daran knapse ich ja schon seit längerer Zeit. Ich hab das Gefühl, eine ganz Menge zu versäumen, wenn ich mich auf ein Ziel fokussiere und die anderen fallen lasse.
    So eine lange Liste ist morgens ganz gut, um mich zu strukturieren, aber anschließend macht sie mir Druck…

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