Jetzt durchstarten – Teil 3

Wenn das „Woher“ und das „Wohin“ geklärt ist, dann stellt sich die Frage: „Und wie jetzt?“

Von welcher Parkposition aus du in die „Alle-Jahre-Wieder-Jahresabschluss-Rallye“ startest, hast du in Teil 1 dieser kleinen Artikelserie überprüft. Und wo du hin willst, war das Thema in Teil 2.

Dabei ließ es sich gar nicht vermeiden, auch schon die Reise gedanklich vorwegzunehmen. Und daher hast du mittlerweile bestimmt etliche Ideen entwickelt, die dich voranbringen könnten.

Jetzt geht es nochmal um deinen Weg von „hier“ zu deinem Ziel. Auf geht‘s!

Treppe

Wie komme ich von hier aus da hin, wo ich hin will?

Von einem Leuchtfeuer zum nächsten

Hast du dich schon mal gefragt, wie eigentlich Piloten ihr Flugzeugt navigieren?

Ich dachte immer, die geben am Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München „Timbuktu“ in ihren Cockpit-Computer ein und das war‘s. Dann startet der Flieger und der Pilot hat frei. 🙂

Ehrlich gesagt dachte ich früher auch, dass das mit meinen Zielen genauso funktionieren müsste. Ich sage dem Autopiloten: „Das erste Stille-Stärken-Seminar in Pfaffenhofen ist am 11. Februar 2017“ – und dann habe ich bis zur Punktlandung an meinem Ziel frei…

Und es wird dich vielleicht nicht überraschen, dass es so nicht läuft.

Navigation heißt nämlich, von einem Zwischenziel zum nächsten auf einem sinnvollen Weg kontinuierlich voran zu kommen – und was da für die nächste Etappe sinnvoll ist, zeigt sich meistens erst, wenn man schon unterwegs ist.

Flugkapitäne haben dafür in großen Abständen auf ihren Flug-Bahnen sogenannte „Funkfeuer“, auf die sie „zielen“ können. Das weiß ich, seit ich mal an der Südküste Islands auf einem winzigen unbewohnten Inselchen war und da ein merkwürdiges Gebäude vorfand – wie eine Garage, nur ohne Garagentor… Und als ich meinen Begleiter fragte, was eine Garage ohne Tor auf einer Insel ohne Fahrzeuge macht, sagte er mir, dass alle Flugzeuge, die aus Europa nach Island (oder ohne Zwischenstop gleich weiter nach Nordamerika) fliegen, auf dieses Garagen-Dings zufliegen und von da aus weiter navigieren.

Stimmt. Jeder Flug nach Island oder über die Nordroute nach Nordamerika führt an dem isländischen Inselchen vorbei – sogar dann, wenn dieses Etappenziel einen gewissen Umweg bedeutet.

Für deine Ziele heißt das: Du brauchst unterwegs ganz konkrete Punkte, an denen du eine Etappe abhaken kannst. Ob du ein Funkfeuer, einen Leuchtturm oder GPS-Koordinaten setzen willst: Teil deine Reise in sinnvolle Abschnitte, die auf einen ganz konkreten Punkt hinführen.

Und wenn du diesen konkreten Punkt „überfliegst“, dann feierst du dieses Erfolgserlebnis… Wir kommen noch dazu, warum das so wichtig ist.

In sieben Etappen (oder weniger)

Es ist nicht sehr motivierend, wenn du vom Start weg eine unüberschaubare Anzahl von Etappenpunkten vor dir hast.

Du kennst das wahrscheinlich… Du schreibst dir eine ToDo-Liste und packst wirklich alles auf den Zettel, was dir so einfällt – und danach vergilbt die lange Liste auf deinem Schreibtisch vor sich hin, weil du nun noch weniger als zuvor weißt, wo du anfangen sollst. Und Lust hast du auch keine mehr…

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass du nur ungefähr sieben Zielpunkte gleichzeitig im Blick behalten kannst – und dass du spätestens bei neun oder zehn Punkten ein Gefühl der Überforderung kriegst, das dir die Motivation kaputtmacht.

Wenn du eh schon gestresst bist, können dir auch fünf Punkte schon zu viel werden…

Daher haben wir im ersten Teil der Artikelserie deine Liste bereits kräftig ausgedünnt.

Vielleicht hast du da schon ganz automatisch deine Liste auf sieben Punkte oder weniger reduziert. Falls du aber im Moment noch sehr viele Ziele im Blick hast: Such dir die maximal sieben Funkfeuer oder Leuchttürme oder Etappenziele aus, die du wirklich – also wirklich genau jetzt – im Blick haben willst.

Mit Stop-Over

Es spricht nichts dagegen, einen längeren Aufenthalt an jedem Etappenziel einzuplanen. Im Gegenteil. Wenn du auf der Langstrecke unterwegs bist, dann führt an einer Erholungsphase zwischendurch gar kein Weg vorbei.

Bis zum Jahreswechsel sind es noch knapp hundert Tage. Das heißt, dass ohne weiteres 20 Tage für Zwischenstops einplanen kannst, an denen du dich NICHT auf dein Ziel zubewegst. Mach was immer du magst, aber mach es, ohne dabei das Ziel anzupeilen.

Das ist keine Zeitverschwendung, sondern ein wesentlicher Teil der Reise.

Gemeinsam!

Ich weiß, dass du es allein hinkriegen kannst. Ich bin davon überzeugt, dass du alles schaffst, was du dir vornimmst. Absolut alles.

Aber ich nehme an, du würdest nicht mit einer Fluggesellschaft nach Australien fliegen, bei der der Pilot alleine die ganze Strecke fliegt und nebenbei noch das Essen und die Getränke verteilt, während er höchstpersönlich die Passagiere unterhält.
Obwohl es doch bei der heutigen Flugzeugtechnik durchaus möglich wäre…

Du kannst jederzeit entscheiden, dir auf dem Weg zum Ziel Unterstützung zu holen. Von Freunden. Von Bekannten. Von Leuten, die ähnliche Ziele haben. Von Autoren, die inspirierende Texte über Motivation, über Erfolg, über Entwicklung schreiben. Von Trainern, die dazu Seminare anbieten. Von Online- und Offline-Gruppen, die dich bei deinen Zielen unterstützen können…

Wenn du dir Unterstützer suchst, dann suche dir Unterstützer, die begeistert vom nächsten Etappenziel sind.

  • Wer hilft dir, das Ziel und den Weg im Blick zu behalten?
  • Wer erinnert dich, wenn du unterwegs abgelenkt wirst?
  • Wem erzählst du deine Erfolge?
  • Wer lässt dich die Misserfolge als Hinweis erkennen, dass du nochmal neu navigieren solltest?
  • Mit wem tauschst du dich aus? Wer spornt dich an?
  • Wem kannst du von deinem Ziel erzählen, so dass es für dich verbindlich wird?
  • Wer ist so motiviert, dass ihr euch gegenseitig immer weiter voranbringt?

Und dabei realistisch bleiben…

Etwas habe ich erst vor Kurzem verstanden:

Das, was den Weg zu einem Ziel so anstrengend macht, ist nicht der Start.

Am Anfang ist reichlich Neugier und Begeisterung und Interesse vorhanden und es ist ganz leicht, zu starten. Das Ziel ist verlockend und es scheint, als ob der Weg dort hin eine Kleinigkeit wäre, die man halt auch noch schnell hinter sich bringen müsste.

Und dann kommt ein Moment der Ernüchterung, in dem klar wird: Es reicht nicht, ein Ziel zu haben. Der Weg ist ganz anders als geplant. Länger, schwieriger, mit ein paar unvorhergesehenen Umwegen und einigen unübersichtlichen Kreuzungen…

Vor jedem Ziel, das wirklich bedeutsam ist, kommt der Zeitpunkt, an dem Aufgeben zu einem reizvoller Gedanken wird. Einfach aussteigen – oder noch besser: So tun, als ob man nie gestartet wäre.

An diesem Punkt – mittendrin zwischen Start und Ziel – entscheidet sich, ob du Erfolg hast oder nicht. Hier geht es nur weiter, wenn du dich nochmal ganz klar für dein Ziel entscheidest und alle Ausdauer aufbringst, die du jetzt brauchst, um auf Kurs zu bleiben. Und zwar auch dann, wenn es gerade keinen Spaß mehr macht und du das Gefühl hast, dass das eh nichts bringt und dass du weiter vom Ziel entfernt bist als je zuvor.

Die Ausdauer bringt dich über diese Durststrecke. Und wenn du konsequent dran bleibst, dann gelangst du unaufhaltsam zu einem Erfolgserlebnis. Du kommst an die Stelle, an der du erkennst, wofür die Anstrengung gut ist und was du erreichst, indem du weitermachst.

Und während du deinen Zwischen-Erfolg genießt und plötzlich alles wieder Sinn ergibt, sammelst du die Energie, die dich über die nächste Etappe bringen wird. Du hast neues Interesse, neue Begeisterung… Und du wirst wieder an Punkte kommen, an denen es dir Mühe macht, weiterzukommen. Aber die Erfahrung, dass du die mühsamen Momente mit Ausdauer bewältigst, bringt dich ein weiteres Mal zum Erfolgserlebnis, das deine Neugier auf mehr wecken wird…

 

Ich wünsche dir für deinen Jahresabschlussendspurt, dass du immer die Ausdauer hast, den nächsten (klitzekleinen) Erfolg zu erreichen, der die (klitzekleine) Neugier auf die nächste (klitzekleine) Etappe herauskitzeln wird.

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine
Christine

 

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