„Ich kann nicht…“ heißt: „Ich bin motiviert!“

Was hindert dich daran zu sprechen?Glaubst du nicht?

Verstehe.

Ich erzähle einfach trotzdem mal, wie ich mir das so denke… 😉



Geht nicht? Gibt’s!

Es gibt Dinge, die sind einfach nicht drin.

Unmöglich.

Nicht zu schaffen.

Natürlich… Wissen wir doch alle.

Was nicht geht, geht nicht.

Punkt.

Zum Beispiel dieser eine schwierige Anruf beim Arzt, um einen Termin für eine eh schon eher unerfreuliche Untersuchung zu vereinbaren.

Da kommt für einen Sekundenbruchteil die spontane Idee auf, es schnell zu erledigen – und sofort antwortet die innere Stimme, die laut und deutlich sagt: „Ich kann nicht!“

Das ist Fakt. Darüber lässt die innere Stimme nicht mit sich reden. „Kann nicht“ heißt: „Vergiss es – denn es wird nie und nimmer stattfinden. Geht nicht. Ende der Diskussion!“

Also geht’s eben nicht? …Oder wie?

Was heißt das eigentlich, wenn die innere Stimme ein nicht wegzudiskutierendes „Ich kann nicht!“ sagt?

Vier Ideen dazu:

  1. Das, was da als innere Stimme in dir spricht, ist überzeugt davon, dass es den Anruf nicht erledigen kann.
    Stimmt ja auch. Kann sie nicht. Die Stimme ist ja nur in deinem Kopf.
  2. Die innere Stimme ist sozusagen die Sprecherin des Gehirns für schnelle Anfragen und teilt mit, dass das Gehirn auf die Schnelle keine Idee entwickeln konnte, wie es den Anruf erledigen kann.
    Stimmt auch. Da ist noch keine Idee. Also geht’s nicht.
  3. Die Stimme, die da zu hören ist, spricht aus, was du seit langem als Überzeugung verinnerlicht hast. Zum Beispiel: „Wenn ich telefonieren muss, erlebe ich eine Sprechblockade. Also probiere ich es nicht. Weil es ja eh nicht gehen wird.“
    Stimmt. Davon bist du überzeugt. Das weiß auch die innere Stimme.
  4. Du hörst dir beim Denken zu. Und was du zum Thema „Anruf erledigen“ denkst, ist: „Geht nicht.“
    Dieser Gedanke ist da – unbestreitbar.

Die spannende Frage ist: Ist er wahr oder falsch – oder ist er einfach noch nicht zu Ende gedacht?

Ich behaupte: Jedes „Ich kann nicht…“ ist ein Ausdruck von Motivation

Unser Gehirn verschwendet keine Gedanken an etwas, das uns überhaupt nichts bedeutet – weil jedes Denken an irrelevante Sachen völlige Energieverschwendung wäre. Oder wann hast du zuletzt darüber nachgedacht, ob du dazu in der Lage bist, Kleider zu entwickeln, an denen kein Schmutz haften bleibt? Vielleicht mal einen Ventilator zu bauen, der von der Wärme deines Körpers angetrieben wird? Oder eine Tasse, die selbsttätig den Kaffee umrührt, sobald du ihn einschenkst…?

Alles Quatsch?
Nö – ist alles schon von irgendwem, der das bedeutsam fand, erfunden worden. 🙂

Umgekehrt betrachtet: Wenn das Gehirn eine Herausforderung nicht sofort als völligen Blödsinn ignoriert, sondern da Energie reinsteckt, dann scheint dir wohl etwas daran zu liegen.

Und wenn dir etwas daran liegt, ob du eine Herausforderung schaffen kannst oder nicht, dann bist du motiviert. Denn du würdest es eigentlich können wollen…

„Aber es geht nicht!“ sagt die Stimme aus dem Gehirn.

Und du könntest antworten: „Das wissen wir doch noch gar nicht.“

„Doch!“ sagt die Stimme.

„Woher denn?“ fragst du.

„Öhm…? …“ macht die Stimme.

„Aha!“ sagst du. 😉

Was hast du denn noch nicht ausprobiert?

Du kannst deinen Gedanken vertrauen – sie finden blitzschnell Gründe, warum etwas nicht geht.

Für Gründe, warum etwas doch gehen könnte, brauchen sie länger. Viel länger.

Das ist doof, weil wir uns meistens nicht die Zeit dafür nehmen, die Möglichkeiten zu entdecken. Dabei könnten wir auch da auf unser Gehirn vertrauen: Es findet nach ein paar Momenten durchaus Ideen dazu, wie es dann doch geht. Oder was gehen könnte, wenn man es denn mal ausprobieren würde.

Denn: Wenn sich dein Gehirn damit befasst, dann ist da Motivation.

„Ich kann da eh nicht anrufen“ heißt beispielsweise: „Ich würde den Anruf gern erledigen wollen, wenn ich eine Idee hätte, wie ich das machen könnte – und zwar so, dass ich mich währenddessen nicht total unbeholfen fühle und auch nichts wichtiges vergesse.“

Ob du es glaubst oder nicht – mit so einem Auftrag kann dein Gehirn sehr motiviert arbeiten:

mich sicher fühlen + an alles Wichtige denken = anrufen

Jede Wette: Dafür findet dein Gehirn ziemlich schnell mehrere Ideen, die es gerne mal ausprobieren würde.

An Motivation mangelt es ihm nicht.
(Häufig ist das, was noch fehlt, Erfahrung. Oder Übung. Oder beides.)

Motiviert werden macht alles kaputt

Das mit der Motivation hat einen Haken. Wenn jemand daherkommt und sagt: „Das ist ganz einfach. Schau, ich kann’s doch auch. Du brauchst doch nur das Telefon in die Hand zu nehmen und – schwupps – ist der Anruf auch schon erledigt. Also stell dich nicht so an. Auf geht’s.“

Tja, wenn also jemand daherkommt und dich motivieren möchte, dann ist deine eigene Motivation (oder besser gesagt, das Interesse daran, eigene Ideen für eigene Lösungen zu entwickeln, um sie dann auszuprobieren, um dadurch herauszufinden, was funktioniert) futsch.

Und wenn du nur ansatzweise so funktionierst wie ich, dann ist die einzige Reaktion auf solche Motivations-Texte ein knappes: „Nö.“ Oder allerhöchstens ein recht starrsinnig klingendes: „Ich kann das nicht!“

Stimmt ja auch. Wenn das so einfach wäre, würdest du dich tatsächlich nicht so anstellen. Dann würdest du – schwupps – den Anruf schon erledigt haben.

Insofern ist dieser Motivationsversuch völlig unsinnig. Genau genommen ist er sogar grob unhöflich. Denn du wirst nicht ernst genommen. Und das Problem, das du hast, auch nicht.

Fakt ist: Es ist schwierig. Für dich ist es schwer. Und du beschäftigst dich damit, weil du motiviert bist.

Motivierend wäre, wenn einfach jemand daherkommen würde, der sagt: „Stimmt. Das ist schwierig. Und du beschäftigst dich damit, weil du motiviert bist. Finde ich übrigens super!“

„Ich kann nicht“ bedeutet: „Ich bin motiviert. Ich kenne nur noch nicht die Lösung, die für mich funktioniert.“

Das gibt dir zwei Möglichkeiten:

  1. Daran denken, dass du es tun könntest (oder müsstest).
    Die innere Stimme hören, die sagt: „Ich kann nicht!“
    Den Gedanken daran, es zu tun, beiseiteschieben. Immer wieder, so oft wie du daran denkst, dass du es tun können müsstest.
  2. Daran denken, dass du es tun könntest (oder müsstest).
    Die innere Stimme hören, die sagt: „Ich kann nicht!“
    Denken, dass das stimmt. Und dass es ein Zeichen dafür ist, dass dir etwas daran liegt.
    Die Motivation, die sich darin versteckt, einsetzen, um eine oder zwei Ideen zu entwickeln, wie es gehen könnte.
    Die Motivation, die aus den Ideen entsteht, nutzen, um ein Experiment damit zu machen – und zu sehen, was funktioniert.

Übrigens: Es scheint dem Gehirn viel leichter zu fallen, für eine Aufgabe gleich mehrere Ideen für bisher nicht erprobte Lösungen zu entwickeln. Das schaltet den Perfektionismus aus, sofort mit der besten aller Möglichkeiten ankommen zu müssen und weckt die – wer hätte das gedacht – Motivation, gleich mal auszuprobieren, was funktioniert.

 


Experiment: Geh doch mal ein bisschen auf Distanz!

Denk doch mal, wenn du „Ich kann nicht…“ (oder auch „Ich bin zu …“) denkst, ein kleines Bisschen anders.

Denk mal stattdessen: „Ich habe den Gedanken, dass ich … nicht kann.“ Oder eben: „Ich habe den Gedanken, dass ich zu … bin.“

Ändert das etwas?

Ja? Dann könntest du noch ein bisschen weiter gehen und denken:

„Ich merke, dass ich den Gedanken habe, dass ich …“

Und? Was macht das mit dem Gedanken?

 


 

Wenn du damit experimentiert hast, dann lass doch einen kleinen Kommentar über deine Erfahrung mit dem Anders-Denken da. 🙂

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine
Christine

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 
Alle Kommentare werden von Hand freigeschaltet - ich bitte daher um etwas Geduld, bis dein Text im Blog sichtbar wird.
 
Für die Kommentarfunktion auf dieser Seite werden neben deinem Kommentar auch Angaben zum Zeitpunkt der Erstellung des Kommentars, deine E-Mail-Adresse und der von dir gewählte Nutzername gespeichert.