Dein Lebensleitfaden – aus Deinen Werten geknüpft

Ich hatte es schon erwähnt: Alle unsere Werte sind zusammen dafür zuständig, dass wir jederzeit „aus dem Bauch heraus“ enscheiden können:

  • Was will ich tun? Was sollte ich tun?
  • Was sollte ich lassen?
  • Welche Ziele verfolge ich? Welche Ziele kommen für mich nicht in Frage?
  • Was brauche ich – unabänderlich -, um zufrieden zu sein?

Die eigene innere Stimme gibt wertvolle Hinweise auf diese Entscheidungs-Leitlinien.

Sie meint es dabei gut mit uns und sorgt dafür, dass wir unseren eigenen Werten treu bleiben – nur hat man ihr nie beigebracht, dass hilfreiche Tipps viel besser an die Frau oder den Mann zu bringen sind, wenn man sie freundlich und unterstützend mitteilt. Darum klingt sie immer so nörgelig, nervig und unkonstruktiv…

Folge der Inneren Stimme

Deine innere Stimme sagt oder zeigt dir (auf ihre sehr direkte, unverblümte Weise, darum nennen sie auch viele Leute ihren „Schweinehund“), welche Anforderungen erfüllt sein müssen, damit etwas (eine Handlung, ein Ereignis, ein Ding, eine Person, …) deinen Wertvorstellungen entspricht.

Nehmen wir an, bei deinen Werten tauchen folgende Begriffe auf:

  • Zufriedenheit
  • Sicherheit
  • Eigenständigkeit
  • Ehrgeiz

Dann kommst du deinen ganz persönlichen Lebensregeln mit diesen Fragen auf die Spur:

  • Was muss geschehen, damit DU DICH zufrieden fühlst?
    Was muss gewährleistet sein, damit du dich zufrieden fühlst?
    Was sollte gegeben sein, damit du dich zufrieden fühlst?
  • Was muss geschehen, damit du dich sicher fühlst?
    Was muss sein? Was sollte sein?
  • Was muss geschehen, damit du dich als eigenständig erlebst?
    Was muss sein, was sollte…?
  • Was muss sein, damit dein Ehrgeiz gestillt ist?
    Was sollte…?

Indem du deine Antworten auf diese Fragen formulierst, bekommst du eine Liste der Lebensregeln, an denen du dich (ohne darüber groß nachzudenken) ausrichtest. Sie ergeben eine Art Leitbild für deine Entscheidungen, aber auch für deinen Entwicklungsmöglichkeiten.

Werde Deinen Werten gerecht

Um den Entwicklungsmöglichkeiten noch näher zu kommen, kannst du auch fragen:

Was muss ICH TUN, damit ich mich zufrieden fühle? Damit ich mich sicher fühle? Damit ich mich als eigenständig erlebe? Damit ich meinem Ehrgeiz entspreche?

Wenn du nun schon während des Lesens ein paar solche „Regeln“ gefunden hast, dann kannst du sie noch weiter untersuchen:

Welche meiner Lebensregeln bremsen und behindern mich? Welche unterstützen mich? Welche treiben mich an?

Wenn du Regeln hast, die dich einschränken oder die dir nicht gut tun – und wer hat die nicht? – dann solltest du sie so verändern, dass sie den Wert, für den sie stehen, weiter erfüllen und dich zugleich unterstützen und motivieren.

Ein Beispiel

„Um mich zufrieden zu fühlen, brauche ich Schokolade. Am liebsten eine ganze Tafel und am besten jeden Tag.“

Der Wert dahinter ist „Zufriedenheit“.

Die Lösung ist Schokolade – und es dürfte klar sein, dass Schokolade in Mengen nicht soooo super-optimal ist, um langfristig zufrieden zu bleiben.

Nun könnte man natürlich auf die Idee kommen, Schokolade gegen Gummibärchen zu tauschen… 😉

 

Noch viel besser ist es, wenn ich mit mir selbst kläre, was an einer Tafel Schokolade dran ist, das MICH zufrieden macht.

„Schokolade ist das Zeichen, dass der Arbeitstag vorbei ist und ich mir die Belohnung gönne, die ich mir verdient habe. Und sie macht so ein schönes warmes Gefühl im Bauch – leider erst nach der ersten Tafel…“

Damit ist doch schon etwas anzufangen:

Die Schokolade ist ein Ritual. Sie markiert den Beginn der Freizeit.

Die Schokolade ist eine Belohnung. Sie steht dafür, dass ich etwas lobenswertes geleistet habe.

Ich habe es verdient, mir etwas Gutes zu tun. Die Schokolade ist ein Ausdruck von Selbstachtung und Wertschätzung.

Und sie macht ein gutes Gefühl, nämlich Wärme im Bauch…

 

Jetzt braucht es „nur noch“ eine Lösung, die möglichst alle Vorteile der Schokolade hat, aber ohne deren Nachteile.

 

Zufriedenheit kann ich beispielsweise – kalorienfrei! – erreichen durch

  • ein Ritual nach der Arbeit: Ich schreibe auf, was ich an diesem Tag alles gemacht habe.
  • die Feststellung, dass ich etwas geleistet habe: Ich notiere in den Kalender die drei wichtigsten Ergebnisse des Tages.
  • die Anerkennung und Wertschätzung der Resultate: Ich fühle mich nochmal bewusst in meine drei großen Leistungen des Tages hinein und mache jeweils einen dicken Haken dahinter. Und währenddessen spüre ich
  • die Wärme im Bauch, die es mir gibt, wenn ich weiß, dass ich etwas geleistet habe das meine Selbstachtung und Wertschätzung verdient und das ich für mich selbst wirklich anerkennen kann.

 

Jetzt kannst du natürlich sagen, dass das viel zu aufwendig ist und bestimmt eh nicht funktioniert.

Ja, es ist aufwendig.

Ja, es funktioniert nicht immer.

Nur: Schokolade funktioniert auch nicht immer. Und ich für meinen Teil schätze es sehr, wenn ich mehrere Wahlmöglichkeiten habe, wie ich meinen Werten gerecht werde.

Aber das ist natürlich „mein Ding“, denn: In meinem Lebensleitfaden steht „Freiheit“ ganz weit vorne. 😉

 

Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
Deine
Christine Winter

 

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